8. November 2012, 13:15 Prozess um vierfache Kindstötung in Ilsede Vater muss in die Psychiatrie

Vier Geschwister werden getötet - von ihrem eigenen Vater. Jetzt hat das Landgericht Hildesheim die Unterbringung des 37-jährigen Täters in einer Psychiatrie angeordnet.

Im Prozess um die vierfache Kindstötung von Ilsede in Niedersachsen ist der Vater der Geschwister zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren verurteilt worden.

Das Landgericht Hildesheim sprach den 37-Jährigen am Donnerstag des vierfachen Mordes schuldig. Wegen einer schweren Persönlichkeitsstörung des Angeklagten verzichtete das Gericht auf die Verhängung einer lebenslangen Haftstrafe und ordnete die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Der Vater hatte gestanden, seine drei schlafenden Söhne sowie seine zwölfjährige Tochter in ihren Betten mit einem Teppichmesser getötet zu haben. Danach versuchte er sich das Leben zu nehmen. Hintergrund der Tat war, dass seine Ehefrau sich kurz zuvor von ihm getrennt hatte. Die Mutter war in Dänemark, als ihre Kinder starben. Sie erfuhr vom Tod der Geschwister aus einer SMS des Vaters.

Nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters war die Tat des Mannes nicht in erster Linie ein Racheakt, um die Ehefrau für die Trennung zu bestrafen, sondern vor allem vom Wunsch geprägt, mit den Kindern im Tod auf ewig vereint zu sein. Der Gutachter stufte den 37-Jährigen wegen seiner Persönlichkeitsstruktur als gefährlich ein.

Zeugen hatten den Verurteilten im Prozess zuvor als vorbildlichen Vater beschrieben, der viel mit seinen Kindern unternahm und nie die Geduld verlor. Der Mann selbst hatte zum Auftakt der Verhandlung betont, es tue ihm sehr leid, was er getan habe.

Die Mutter der getöteten Kinder war Nebenklägerin in dem Prozess. Sie war bei der Urteilsverkündung aber nicht anwesend. Die Tat hatte in dem kleinen Ort im Kreis Peine viel Anteilnahme hervorgerufen. Hunderte Menschen nahmen bei einer Trauerfeier Abschied von den Kindern, für die Mutter wurden Spenden gesammelt.