Wolfratshausen Siempelkamp-Werk macht dicht

Mit der Schließung des Anlagenbau-Unternehmens im kommenden Sommer verlieren 41 Mitarbeiter ihre Arbeit. Nur sieben sollen weiterbeschäftigt werden.

Von Benjamin Engel

Die Firma Siempelkamp verlagert ihre Aktivitäten im Bereich Holzwerkstoffanlagen ins Krefelder Hauptwerk. Die Wolfratshauser Belegschaft trifft das hart.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Seine Niederlassung in Wolfratshausen wird der Krefelder Maschinen- und Anlagenbauer Siempelkamp zum 30. Juni kommenden Jahres schließen. Dies hat das Unternehmen jetzt offiziell mitgeteilt. Die Firma will ihre Aktivitäten im Bereich Holzwerkstoffanlagen künftig am Hauptsitz in Krefeld bündeln. Alle 41 Mitarbeiter, die am Standort Wolfratshausen auf das Engineering im Bereich der Platten-Endfertigung spezialisiert sind, werden betriebsbedingt gekündigt.

Lediglich sieben Service-Mitarbeiter sollen am Standort Wolfratshausen eine Betriebsstätte der Siempelkamp Logistics & Service GmbH mit Sitz in Bad Kreuznach weiterführen. Das bestätigt der Wolfratshauser Betriebsratsvorsitzende Christian Gareis. Der Leiter der Abteilung Marketing beim Unternehmen Siempelkamp in Krefeld stand am Montag für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

Offiziell haben die Mitarbeiter laut Gareis bei einer Betriebsversammlung am 27. Oktober von der geplanten Schließung erfahren. Ganz überraschend kommt die Entscheidung für den Betriebsratsvorsitzenden somit nicht. "Unsere Auftragseingänge sind rückläufig", sagt er. Zudem kursierten schon mehrere Jahre lang Gerüchte über eine mögliche Schließung. So hatte es in den vergangenen Jahren laut Gareis schon mehrere Entlassungswellen am Wolfratshauser Standort gegeben. Erst im Jahr 2011 sei der Bereich Einkauf geschlossen worden.

Das Ende in Wolfratshausen trifft die Belegschaft besonders hart. Wegen der Entlassungswellen seien viele ältere Mitarbeiter in Wolfratshausen übrig geblieben, die schwer zu kündigen waren. "14 Mitarbeiter sind über 54 Jahre alt, teilweise sind die Leute schon über 30 Jahre hier", sagt der Wolfratshauser Betriebsratsvorsitzende. Für sie werde es schwierig, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Entsprechend schlecht ist die Stimmung derzeit unter den Beschäftigten. Allerdings wird es auf alle Fälle einen Sozialplan geben.

Die Chancen für die 41 Mitarbeiter, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, schätzt Niederlassungsleiter Robert Raab dagegen prinzipiell gut ein. Gerade die in der Konstruktion und Elektrik tätigen Mitarbeiter haben seiner Ansicht nach gute Aussichten. "Bei uns haben sich schon interessierte Firmen gemeldet", versichert Raab. Je älter die Mitarbeiter seien, desto schwieriger werde es allerdings für sie, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, räumt auch er ein. Diese Probleme wolle das Unternehmen jedoch über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan berücksichtigen.

Es sei ein Prozess, bei dem schlussendlich auch Abfindungen gezahlt werden sollen, wie Raab sagt. In den Räumen am Wolfratshauser Standort werden von Mitte 2013 an nur noch sieben Service-Mitarbeiter tätig sein. Damit möchte das Unternehmen Siempelkamp die Ersatzteilversorgung und Instandhaltung sicherstellen.