Becken aus Edelstahl, Glasfassade mit versenkbarer Scheibe und ein zufriedener Oberbürgermeister: Das umgebaute Südbad in Sendling hat wieder geöffnet.
Theresia Redl ist der Trubel dann doch ein wenig zu viel. Da sitzt die Dame nun auf den Stufen neben dem großen Becken, Badeanzug an, Haare hochgesteckt, bereit zum Schwimmen - und kneift. "Da ist ja so viel los, da geh' ich erst am Abend rein", sagt die Dame. "Dann haben sich die Kinder ausgetobt."
Sprung ins Wasser: Das Südbad hat wieder geöffnet. (© Foto: Rumpf)
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Eine Minute nach der offiziellen Wiedereröffnung herrscht an diesem Dienstagnachmittag so etwas wie Stau im Südbad an der Valleystraße, wo etwa 50 jüngere und ältere Menschen das frisch sanierte Schwimmbad bevölkern.
Dabei hat doch Oberbürgermeister Christian Ude gerade eben noch betont, dass man sich den Stau getrost sparen könne dank der Existenz dieses Bades. Den Blechstau der Autos auf dem Weg in die großen Spaßbäder im Umland meinte er damit freilich. Indem er das sagt, macht er gleich deutlich, wie sehr für ihn die Eröffnung eines Schwimmbades nicht in erster Linie eine Vergnügungsveranstaltung ist.
Christian Ude präsentiert das als politischen Anlass von hoher Bedeutung. "Diese Wiedereröffnung ist einer der großen Triumphe des Münchner Bäderkonzepts", sagt Ude. Er erzählt die Geschichte von den verfallenden Bädern Anfang der neunziger Jahre und wie man sich in München entschieden habe, diese Bäder zu sanieren. "In vielen Städten wurden Bäder geschlossen, um Geld zu sparen. In München wurde investiert."
140 Millionen Euro sind seither etwa in das Dantebad, Westbad, Ungerer- und Michaelibad geflossen, "auch wenn die Opposition im Rathaus das nie wollte", sagt Ude. Gebracht hat das inzwischen einen erheblichen Anstieg der Besucherzahlen: 2000 registrierten die Stadtwerke noch knapp drei Millionen Besucher in ihren Bädern, mittlerweile sind es knapp vier Millionen. Ude: "Die Münchner wollen Bäder in der Stadt." Auch wenn das bei einer Neueröffnung Stau vor den Schwimmbecken bedeutet.
Das Südbad in Sendling wurde vor anderthalb Jahren geschlossen und für sechs Millionen Euro umgebaut. Die Becken etwa wurden mit Edelstahl ausgerüstet, die Glasfassade des Hauptraumes lässt sich nun im Boden versenken, so dass das Südbad im Sommer im Grunde ein Freibad mit Dach ist.
Es gibt ein Außenbecken mit Strömungskanal und, wie ein zufriedener Oberbürgermeister Ude genüsslich aufzählt, "Sprudelliegen, Massagedüsen und Nackenduschen". An den Wänden verbreitet bunte Lichttechnik eine angenehme Stimmung. Wenn sich der erste Stau einmal aufgelöst hat.
Adresse: Valleystraße 37, 81371 München, Sendling Öffnungszeiten: Schwimmhalle täglich von 7.30 bis 23 und Sauna von 9 bis 23 Uhr. Anfahrt: U3, U6 - Haltestelle Implerstraße Kostenfaktor: 3,60 Euro (für 3 Stunden) Angebot: Schwimmhalle mit 25-m-Sportbecken, Nichtschwimmerbecken, Kinderplanschbecken, Außen-Wellnessbecken mit Strömungskanal, Massagedüsen und Nackenduschen, Saunalandschaft, Solarien, Massageangebot.
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(SZ vom 03.12.2008/sonn)
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