Unfalltod einer Kindergärtnerin Trauer in Aufkirchen

Erzieherinnen und Eltern sind erschüttert: Die Leiterin des katholischen Kindergartens von Aufkirchen ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Viele fragen sich nun, wie sie den Tod der Erzieherin den Kindern erklären sollen.

Von Christian Deussing

Im katholischen Kindergarten in Aufkirchen herrscht tiefe Trauer. Erzieherinnen und Eltern sind erschüttert über den Tod der langjährigen Leiterin Sabine G., die am Donnerstag auf ihrem Heimweg nach Geretsried bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Der Kindergarten blieb am Freitag geschlossen. Die geplante Maifeier in knapp zwei Wochen ist abgesagt.

Mütter und Kinder stellen am katholischen Kindergarten Aufkirchen Kerzen auf.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Wie berichtet, war ein 18-Jähriger bei Höhenrain am Ende einer langgezogenen Rechtskurve mit einem Cabrio auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit dem Auto der 49-jährigen Erzieherin frontal zusammengestoßen. Nach Angaben der Polizei war die Frau sofort tot. Der junge Mann erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und Knochenbrüche, befindet sich aber außer Lebensgefahr. Gegen ihn wird jetzt wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, teilte am Freitag die Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck mit. Ein Gutachten soll nun den genauen Unfallhergang klären.

"Wir sind fassungslos und geschockt", erzählen die Kindergärtnerinnen Caroline Jöhnk und Hilde Söllner, die noch am Unfalltag die Eltern verständigt hatten. Man müsse "jetzt fest zusammenhalten", sagt die Elternbeiratsvorsitzende Sandra Hohn. Ein Beiratstermin am Donnerstagabend wurde nach der schrecklichen Nachricht sofort abgesagt. Am Freitag nahmen Eltern ihre Kinder an die Hand und zündeten Kerzen an und legten Blumen auf ein Mäuerchen neben dem Eingang ab. Auch am Unfallort sind Kerzen und Blumen.

Noch am Tag vor dem tödlichen Unfall haben die Buben und Mädchen mit der Kindergartenleiterin einen Ausflug zum Höhenrainer Maibaum unternommen. Und vor zwei Wochen hatte Sabine G. zusammen mit ihrer Gruppe noch den Tierpark Hellabrunn besucht. Sie habe sich mit "viel Herzblut" um die Kinder gekümmert, sei ein so kinderlieber und fröhlicher Mensch gewesen, betonen Frauke Klauschke und Anja Liebenthal.

Und eine andere Mutter fragt sich nun, wie sie den schlimmen Verlust "bloß ihrem Sohn Christoph erklären" könne. Um den Trauerfall zu verarbeiten, ist bereits ein Kriseninterventionsteam eingeschaltet worden. Am Montag werde auch ein Seelsorger des Ordinariats München-Freising in den Kindergarten kommen, sagte Pfarrer Piotr Wandachowicz der SZ. "Wir werden einen speziellen Raum für die Kinder schaffen, denn sie stellen Fragen." Zudem könnten die Eltern und Kinder "individuell entscheiden", ob sie bei der Beerdigung dabei sein wollen. In etwa zwei Wochen wird zum Gedenken an das Unfallopfer in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt eine Trauerandacht stattfinden. Sabine G. hinterlässt zwei Söhne im Alter von 17 und 23 Jahren.