Stadtklinikum München Ude wird Nachfolger von Monatzeder

Oberbürgermeister Christian Ude (rechts) übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz des städtischen Klinikums von Hep Monatzeder.

Oberbürgermeister Christian Ude ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender des städtischen Klinikums. Obwohl keiner der Standorte prinzipiell zur Debatte stünde, kündigte er erneut "schmerzhafte Einschnitte" an.

Von Dominik Hutter

Das städtische Klinikum soll nach Willen der FDP künftig enger mit den Universitätskliniken zusammenarbeiten. "Die Münchner Uni-Kliniken zeigen, dass öffentliche Krankenhäuser hervorragend und erfolgreich geführt werden können", erklärte Rathaus-Fraktionschef Michael Mattar.

Die Stadt sei daher gut beraten, das Know-how der staatlichen Experten für die Sanierung des eigenen, finanziell klammen Konzerns zu nutzen - nach Einschätzung des früheren Wissenschaftsministers Wolfgang Heubisch könne dies in einer Art Lenkungskreis geschehen. Krankenhaus-Kooperationen zwischen Stadt und Freistaat seien keineswegs ungewöhnlich, betonte der FDP-Politiker. Ein Beispiel dafür sei die Dermatologie im städtischen Haus Thalkirchner Straße, deren Ambulanz von der Universität betrieben werde.

Konkrete Vorschläge für die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken hat die FDP noch nicht parat. Eine verbesserte Absprache könne aber dazu beitragen, Doppelkapazitäten zu vermeiden. Es sei nicht sinnvoll, wenn es in puncto Daseinsvorsorge einen Wettbewerb zwischen städtischen und staatlichen Häusern gebe, betonte Heubisch. Beim Stadtklinikum müsse jetzt sofort gegengesteuert werden, um die Abwärtsspirale noch stoppen zu können. Stattdessen aber vertage die Stadtspitze unangenehme Entscheidungen in die Zeit nach der Kommunalwahl, kritisierte Mattar. Dass Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nun den Vorsitz sowohl des Aufsichtsrates als auch des neu gegründeten Lenkungskreises übernehme, sei purer Aktionismus.

Die Wahl Udes, die am Freitag auf der Tagesordnung des Klinik-Aufsichtsrates stand, verlief einstimmig. Der OB folgt Bürgermeister Hep Monatzeder, der aus dem Gremium ausscheidet. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dominik Schirmer von der Gewerkschaft Verdi gewählt, der erst seit September dem Aufsichtsrat angehört - die Personalie war damals Teil des "Friedensschlusses" zwischen Ude und den Gewerkschaften, deren Verhalten im Aufsichtsrat nach einem Misstrauensvotum gegen Monatzeder in die Kritik geraten war. Neu im Aufsichtsrat ist Alexander Reissl. Der Chef der SPD-Rathausfraktion rückt für die Stadträtin und einstige Münchner SPD-Vorsitzende Ingrid Anker nach.

Ude kündigte erneut "schmerzhafte Einschnitte" an. Zwar stehe keiner der vier Standorte Schwabing, Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach und Thalkirchner Straße prinzipiell zur Debatte. Man könne aber nicht garantieren, dass alle städtischen Krankenhäuser in der heutigen Größe erhalten blieben. Der SPD-Politiker erinnerte ausdrücklich daran, dass die Kliniken zwar ein finanzielles Problem hätten, keineswegs aber ein fachliches. "Die medizinische Qualität des städtischen Klinikums ist unbestritten herausragend und muss auch den internationalen Vergleich nicht scheuen." Ude will sich demnächst an allen Krankenhäusern bei Betriebsversammlungen Fragen der Mitarbeiter stellen.

Der aus Politikern, Beratern und der Klinik-Geschäftsführung bestehende Lenkungskreis hat derweil wie erwartet die Ausschreibung eines Sanierungsgutachtens beschlossen. Ein Ergebnis wird für Februar erwartet, anschließend soll ein Sanierungsplan ausgearbeitet werden. Mit konkreten Beschlüssen wird nicht vor Sommer 2014 gerechnet.