Parkplatz an der A 8 Familie mit Gas betäubt und ausgeraubt

  • Auf dem Weg in den Urlaub übernachtet eine Familie mit ihrem Wohnmobil auf einem Parkplatz an der A 8.
  • In der Nacht betäubten Unbekannte die Familie offenbar mit Gas und raubten sie aus.
  • Beim Aufwachen litten die Vier an Kopfweh, Halskratzen, Schwindel und Schwellungen im Gesicht. Wertsachen und Bargeld waren verschwunden.
Von Susi Wimmer

Die Fahrt in den Urlaub nach Österreich begann für eine Familie aus Litauen mit einem Schock: Während sie in ihrem Wohnmobil auf einem Parkplatz an der A 8 schlief, sollen Unbekannte über ein Fenster Betäubungsgas ins Innere geleitet und den Wohnwagen aufgebrochen haben. Als die vier Insassen morgens erwachten, klagten sie über Kopfweh, Halskratzen, Schwindel und Schwellungen im Gesicht. Wertsachen und Bargeld waren verschwunden.

Was in der Nacht geschah

Vergangenen Freitag war das Quartett mit einem gemieteten Wohnmobil in Litauen zur Urlaubsreise aufgebrochen: Ein 61-Jähriger, seine Frau, 55, sowie der Sohn, 32, und dessen Freundin, 28. Am Montag erreichten sie den Autobahnparkplatz Hofoldinger Forst und legten sich gegen 23 Uhr schlafen. Das kleine Fenster an der Kabine über dem Führerhaus blieb während der heißen Nacht geöffnet.

Gegen 5 Uhr wachte einer von ihnen auf und bemerkte, dass die Beifahrertür des Wohnmobils aufgebrochen worden war und alle Reisetaschen und Behälter durchwühlt worden waren. Es fehlten zwei Handys, ein Tablet sowie gut 500 Euro Bargeld. Die Familie alarmierte die Polizei.

Die vier Personen wurden vorsorglich untersucht, außerdem gaben sie Urinproben für eine toxikologische Untersuchung ab. Die Polizei nimmt an, dass die Familie "mit einem bestimmten Stoff, der in das Wohnmobil eingebracht wurde, betäubt wurde".

Das Wohnmobil mit Gas füllen? - "Technisch kaum machbar"

"Das geht gar nicht", sagt Lothar Angermund, Wohnmobil-Experte beim ADAC. Nach etlichen gemeldeten Gasüberfällen habe eine Fachzeitschrift unter Anleitung von Ärzten und Experten Feldversuche unternommen. Heraus kam: Man benötige den Inhalt von 33-Kilogramm-Gasflaschen, um das Innenvolumen eines Wohnwagens so auszufüllen, dass die Insassen betäubt werden. Technisch also kaum machbar.

"Ich kann mir vorstellen, dass der Wagen leise aufgebrochen und man den Personen Betäubungsmittel direkt ins Gesicht gesprüht hat", sagt Angermund. Sein Rat: "Lieber einen Campingplatz zum Übernachten ansteuern."