Von H. Effern und T. Kistner

Der Geschäftsführer der Bewerber-GmbH für Olympia 2018 wurde aus dem Amt gedrängt. Demütigungen gab es schon in Kanada, wo Adam sich als Bodyguard ausgeben musste.

Wenn am heutigen Freitag in München die Gesellschafter der Bewerber-GmbH für die Winterspiele 2018 zusammentreten, dürfte das Thema Richard Adam auf die Agenda gelangen. Es gibt wohl noch Fragen zur Demission eines der vormals drei Geschäftsführer.

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Ein Vorgeschmack auf die Winterspiele 2018: Skirennläuferin Viktoria Rebensburg präsentiert die Mannschaftskleidung für die Wettbewerbe in Vancouver 2010. (© Foto: AP)

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Dazu könnte Siegfried Schneider, Chef der bayerischen Staatskanzlei, im Teilnehmerkreis eine lustige Anekdote beisteuern: Wie bei den Winterspielen in Vancouver im Februar unversehens der Münchner Bewerberchef Adam zu seinem Bodyguard umfunktioniert wurde.

GmbH-Geschäftsführer Adam war bei den Winterspielen in Kanada, bei denen ja mit allen Kräften für München getrommelt werden sollte, nach SZ-Informationen nur mit einer mittelprächtigen Akkreditierung ausgestattet worden. Eine, die ihm nicht mal Zugang in jene vertraulichen Bereiche erlaubte, in denen die wirkliche Lobbyarbeit stattfindet: in den Zonen der 'olympischen Familie'.

Einmal, beim Besuch von Skisprung- und Biathlon-Wettbewerben in Whistler Mountain, hatte dann nach längerem Palaver an einer Kontrolle der Bodyguard-Trick gezogen. Adam konnte erst, nachdem er als Leibwächter deklariert wurde, mit Schneider und Entourage, die er zu betreuen hatte, in den olympischen Sperrenbereich vorstoßen. Aus der Staatskanzlei wird dem Vorfall, der aus Kreisen von Augenzeugen durchsickerte, auf Anfrage nicht widersprochen.

Zumindest bei manchen politischen Fürsprechern und Gästen der Bewerbung, die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ausreichend mit hochrangigen Akkreditierungen ausgestattet wurden, war es ein offenes Geheimnis, dass der Geschäftsführer Adam in Vancouver nur für Olympias Vorhöfe zugelassen war.

Besser gestellt waren die Geschäftsführerkollegen Willy Bogner und Bernhard Schwank, letzterer besaß ohnehin eine Zulassung als Chef de Mission des deutschen Olympiateams. Eine ursprünglich für Adam vorgesehene Topakkreditierung soll kurz vor Vancouver an die frühere Eisläuferin Kati Witt, die ohnehin für das Fernsehen anwesend war, weitergereicht worden sein.

Adam wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern. Der Vorgang deutet allerdings auf massive Spannungen innerhalb der Gesellschaft hin, die Adam dazu bewogen haben könnten, von sich aus das Handtuch zu werfen. Sein Rückzug wurde offiziell zwar erst drei Wochen nach Spiele-Ende, am 22. März, offiziell verkündet, soll aber nach SZ-Informationen bereits in Vancouver stattgefunden haben.

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