Neue Parklizenzgebiete Die Wapperlzone wächst

Ob Altstadt, Maxvorstadt oder jetzt auch Obergiesing, innerhalb des Mittleren Rings muss fürs Parken bezahlt werden. Doch damit ist noch lange nicht Schluss: Das Baureferat prüft derzeit, wo Parklizenzgebiete auch außerhalb des Rings sinnvoll sind.

Von Marco Völklein

Bis Sonntag waren die Arbeiter des Baureferats damit beschäftigt, rund um die Tegernseer Landstraße und die Silberhornstraße Schilder und Automaten aufzustellen. Seit Montag gelten dort die neuen Parklizenzgebiete. Im November werden Parkwapperlzonen am St.-Martins-Platz und am Walchenseeplatz folgen. Doch mit diesen vier Gebieten in Obergiesing dürfte noch lange nicht Schluss sein: Die Stadt plant, die Parklizenzgebiete auf zahlreiche Gebiete außerhalb des Mittleren Rings auszudehnen.

Eine Übersicht über bestehende und geplante Parklizenzgebiete in München.

Am Mittwoch wird sich der Stadtrat mit dem Thema befassen. Nach den Plänen der Verwaltung sollen die städtischen Verkehrsplaner nun zunächst einmal in zahlreichen Gebieten außerhalb des Mittleren Rings untersuchen, wie viele Parkplätze dort wie vielen Anwohnern genau zur Verfügung stehen. Außerdem werden sie prüfen, wie hoch der sogenannte Parkdruck ist. Und zu welchen Tageszeiten die vorhandenen Parkplätze besonders hoch ausgelastet sind.

Denn anders als in den meist eng bebauten Altbauvierteln innerhalb des Mittleren Rings stellen sich in den nun angepeilten Gebieten außerhalb des Rings mitunter ganz andere Fragen. So merken zum Beispiel die Bewohner der Siedlungen rund um das Fröttmaninger Fußballstadion, dass an Spieltagen ihr Viertel regelrecht zugeparkt wird. Deshalb wollen sich nun die städtischen Verkehrsfachleute die Gebiete rund um den Carl-Orff-Bogen südwestlich des Stadions sowie die Auensiedlung im Osten der Arena genauer ansehen - und gegebenenfalls eine Lösung entwickeln, bei der zum Beispiel nur in der Zeit, in der im Stadion gekickt wird, sowie am Wochenende das Parken über Wapperl geregelt wird.

Ein anderes Problem stellt sich zum Beispiel in Gebieten, in deren Nähe sich große Industriebetriebe angesiedelt haben (etwa in der Gerberau im Münchner Nord-Westen) oder in denen sich Bahnhöfe von S- und U-Bahnen befinden. Dort stellen Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs gerne ihr Auto ab und fahren mit den Bahnen in die Innenstadt. Daher wollen sich die Planer beispielsweise die Gebiete rund um den Laimer Platz oder die Alte Heide genauer ansehen und dort gegebenenfalls Lösungen für neue Parkwapperlzonen austüfteln. Wiederum eine andere Lösung könnte sich ergeben im Gebiet um das Olympia-Einkaufszentrum - denn dort, so haben die Fachleute der Stadt festgestellt, besteht "planerisch kein privates Defizit an Stellplätzen für Bewohner".

Dennoch wird es vor allem an Wochenenden immer mal wieder eng, weil die Kunden des Einkaufszentrums auf die Parkplätze des Viertels drängen. Deshalb haben die Planer diese Gegend als "Gebiet mit besonderem Handlungsbedarf" eingestuft. Klassisch gelöst werden könnten dagegen die Probleme am Rotkreuzplatz oder in Pasing: Dort gibt es viele Altbauten und nur wenige Stellplätze - vermutlich dürfte deshalb dort rasch eine neue Wapperlzone entstehen. Bis Ende 2012 will die Verwaltung dem Stadtrat Vorschläge machen, wo genau und ab wann man neue Parklizenzzonen ausweisen könnte.