Münchner Band Moop Mama Blasmusikanarchos mit Guerillataktik

Sie rappen überall, am liebsten unangemeldet - und machen Blasmusik für hippe Großstädter: Die Münchner Gruppe "Moop Mama" erspielt sich ihren Erfolg mit einer Mischung aus Brass und Rap höchst unkonventionell.

Porträt einer ungewöhnlichen bayerischen Band von Beate Wild

Der Ort ist mit Bedacht gewählt. In der Münchner Maximilianstraße kaufen die wohlhabenden Damen der Stadt Kaschmir-Pullover für 1900 Euro und noch viel teurere Diamanten-Ohrringe. Hier, zwischen Prada und Gucci, singen Moop Mama: "Lass den Mercedes langsam rollen wie durch eine Spielstraße, dann voll vor der Boutique parken, und dein erfolgsgekrönter Liebhaber, winkt mit der goldenen Kreditkarte."

Die zehn Musiker von Moop Mama sind mit ihrer Mischung aus Brass und Rap in München längst kein Geheimtipp mehr, bekannt wurden sie aber vor allem für ihre Guerilla-Auftritte. Spontan tauchen sie an der Isar, im Englischen Garten oder eben in der Maximilianstraße auf, wo sie ihr Lied Shopping spielen. Ein Lied, das die nimmersatte Konsumwelt der Superreichen verspottet. Doch diesmal überraschten nicht nur die Musiker ihr Publikum, sondern auch das Publikum die Musiker: Die konsumfreudigen Damen bleiben stehen und fangen an zu tanzen, mitten auf der Straße. Offensichtlich gefällt ihnen, was sie da hören.

"Ich konnte gar nicht glauben, was da passiert ist", sagt Marcus Kesselbauer ein paar Wochen später in einem Münchner Café. Der 35-jährige Musiker ist Kopf und Erfinder von Moop Mama. Kesselbauer hat an der Musikhochschule in Leipzig studiert und lange Zeit Saxophon in Jazz- und Big-Bands gespielt.

Wo Moop Mama auftritt, da tanzen die Menschen

Doch irgendwie war er nicht zufrieden mit seinem Musikerleben. "Ich wollte wieder ein paar Ärsche wackeln sehen, wenn ich Musik mache", sagt Kesselbauer. Leute, die tanzen und Spaß haben, bei seiner Musik. Dieses Ziel hat er erreicht: Wo Moop Mama auftritt, da tanzen die Menschen.