München hat einen neuen Ausgeh-Kiez - in der Maxvorstadt. Doch während sich das Partyvolk darüber freut, droht schon wieder Ungemach.
Überraschte Gesichter und ein großes Hallo in der Sehnsucht, der Rockabilly-Bar in der Amalienstraße. Ach, ihr auch hier? Ist ja lustig! Gerade hat man sich noch beim Essen im Last Supper um's Eck gesehen. Und wo soll's heute Abend noch hingehen? Hinüber ins Bobbeaman? Nein, so ein Zufall, wir auch!
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Typisch München? Während Club-Besucher tanzen und Spaß haben, ärgern sich die Anwohner. (© lok)
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Seit ein paar Wochen, genauer gesagt seit Eröffnung des Bobbeaman, verlassen ausgehfreudige Münchner ihre eingelatschten Ausgehrouten. Die Maxvorstadt hat endlich einen Club, und da liegt es auf der Hand, dass man sich vor dem Clubben in einem Restaurant oder einer Bar in der Nähe trifft. In der Beliebtheitsskala ganz oben stehen derzeit Last Supper und Sehnsucht, aber auch Schall & Rauch und Cabane.
Solche nächtlichen Trampelpfade haben in München Tradition. Wer gern ins Atomic Café geht, favorisiert für das Starter-Bier davor die Favorit Bar. Das will zwar nicht heißen, dass sämtliche Gäste der Favorit Bar später geschlossen im Atomic wiederzufinden sind, manche wandern auch weiter ins Harry Klein oder in die Rote Sonne. Aber niemals im Leben würde ein Favorit-Besucher seinen Abend im 089, im 8season oder gar in der Milchbar fortsetzen. Das lässt seine Geschmacksicherheit in Sachen Musik und sein innerer Instinkt gar nicht zu.
Eine weitere typische Nachttour absolvieren viele Münchner im sogenannten Bermudadreieck, dort wo die Müllerstraße auf die Thalkirchner Straße trifft. Schnelle Liebe, Erste Liga und - wer dann noch steht - ins Pimpernel. Diese Route wird in der Regel von den eher Hartgesottenen frequentiert, die Gäste bringen großen Durst und viel Durchhaltevermögen mit - und haben damit in jüngster Zeit für einigen Unmut bei den Anwohnern gesorgt.
Und so befürchten nun auch gleich die Maxvorstadt-Bewohner, dass mit der neuen Ausgeh-Route ebenfalls Störenfriede, Lärm und Glasscherben in ihr Viertel kommen. Diese Woche haben sie schon im Bezirksausschuss über die Gentrifizierung und ihre heimtückischen Folgen für den Kiez diskutiert. Das ist wieder - genau wie die nächtlichen Ausgeh-Routen - charakteristisch für München: Kaum macht ein neues Nachtlokal auf, speichern die Anwohner schon die Nummer des zuständigen Polizeireviers in ihr Telefon ein.
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(sueddeutsche.de/cro)
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Kann man nicht mal Spass haben ohne die Bibel der Coolness runter zu beten? Dabei wollte ich doch nur ein paar Bier trinken gehen....
Schönes Wochenende.
Ich muss mich als Maxvorstädter outen. Ich höre mich auch um, habe eine großen Bekanntenkreis im Viertel. Dass sich jemand vor Genitrifizierung oder Krawalle fürchtet ist mir noch nicht untergekommen. War zwar nicht auf der Versammlung diesmal, aber kann mir nicht vorstellen das allzu viele kritische Stimmen da waren.
Dennoch sollte man sich überlegen, ob man sein Auto des nachts an den größeren Strassen abstellt, ausser man hat ein Abo beim Aussenspiegel-Lieferanten. Das ist aber schon immer so.
Allerdings jetzt schon gegen die motzenden Maxl-Bewohner zu schiessen ist ziemlich Wild-like. Das unerschütterliche Partywunder und die entschiedenste Gegnerin von Trübsal.
Die Leute die es sich trauen, am Wochenende im Schall zu essen kann man übrigens an einer Hand abzählen, schliesslich hat man da allzu schnell einen Hintern im Gesicht oder ein halbes Bier in der Pasta weil es so voll ist...
Zitat "es gibt auch in München doch tatsächlich noch Individuen
die tagsüber malochen müssen !
"
heisst im Umkehrschluß, jeder, der abends ausgeht, muß tagsüber nicht arbeiten, oder?
Aber wenn einen Lärm stört, sollte man vielleicht auch nicht unbedingt in der Stadt wohnen.
die tagsüber malochen müssen !
Dass das Nebeneinnander von Proletariat und Schickeria möglich ist, beweisen genug Clubs in München, da brauchen wir nicht Frau Wild mit ihren polarisierenden Ergüssen...