469 Millionen Euro für Sanierung Olympisches Erbe wird teuer

Schön, aber auch ziemlich teuer: Für die notwendige Sanierung der Olympiabauten von 1972 müssen bis 2032 fast 500 Millionen Euro eingeplant werden. Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Von Dominik Hutter

Schön, aber teuer: Der in die Jahre gekommene Olympiapark entwickelt sich zunehmend zum Millionengrab. Nach den neuesten Schätzungen der Stadt kostet die schrittweise Sanierung, mit der vor sechs Jahren begonnen wurde, bis 2032 etwa 469 Millionen Euro. Das sind gut 70 Millionen mehr als in der bislang jüngsten Prognose, die vor ziemlich genau einem Jahr dem Stadtrat vorgelegt wurde. Schuld daran sind Zusatzkosten für Technik und Brandschutz in der Olympiahalle sowie die bislang gar nicht berücksichtigte Sanierung des Olympia-Eisstadions, das bei einem Zuschlag für die Winterspiele 2018 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden sollte. Zudem enthält die Rechnung neuerdings eine Art Worst-Case-Szenario mit weitreichenden Sanierungs- und Umbauarbeiten im Olympiastadion, das dann auch für Veranstaltungen zur Verfügung stünde, die dort bislang nicht zulässig sind.

Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Denn vieles, was in dem Programm auftaucht, ist noch keineswegs beschlossen. So wäre durchaus auch eine bescheidenere Sanierung des Olympiastadions denkbar. Und dass das Eisstadion tatsächlich für 31 Millionen Euro fitgemacht wird, gilt im Rathaus als eher unwahrscheinlich. Schließlich haben sich SPD, CSU, Grüne und FDP bereits in einem fraktionsübergreifenden Antrag für den Neubau eines Eissportzentrums ausgesprochen, in dem möglicherweise auch die Basketballer des FC Bayern München spielen können. Kommt es dazu, kann sich die Stadt die Millionen für die Sanierung des jetzigen Gebäudes sparen, es würde dann abgerissen. Allerdings müsste die Olympia-Rechnung um die vermutlich sehr viel höheren Kosten für einen Neubau ergänzt werden.

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl warnt davor, die nun prognostizierten Mehrkosten überzubewerten. Viele Zahlen seien als grobe Schätzung zu verstehen - schließlich wisse niemand, wie sich die Baukosten in den nächsten Jahren entwickeln. Großprojekte wie die Sanierung des Olympiazeltdachs müssten ausgeschrieben werden, "da weiß heute niemand, was letztlich herauskommt". Was freilich bedeutet: Es kann auch noch teurer werden. Derzeit sind für den alle 25 Jahre fälligen Austausch der Plexiglasplatten sowie eine Generalsanierung 80 Millionen kalkuliert. Weitere Posten im Sanierungsprogramm sind die Sanierung des Olympiaturms sowie von Brücken und Kanälen im Park.

Die Stadt ist an den Sanierungskosten nur indirekt beteiligt. Verantwortlich für den Zustand von Olympiahalle und Co. sind die Stadtwerke, die sich die Investitionen über Pachtzahlungen wieder zurückholen. Dieses Geld muss die für den Veranstaltungsbetrieb zuständige Olympiapark GmbH aufbringen - und die Summe wird sich in den kommenden Jahren kräftig erhöhen. Das bekommt nicht zuletzt die Stadt zu spüren, an deren Tropf die Olympiapark GmbH hängt. Die städtischen Zuschüsse liegen derzeit bei 37,5 Millionen Euro pro Jahr und sollen - falls der Stadtrat zustimmt - noch einmal um 2,5 Millionen aufgestockt werden.

Das Thema Olympiapark steht am kommenden Dienstag auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses. Neben dem Plus bei den Zuschüssen will sich Referent Dieter Reiter (SPD) auch die nächsten Sanierungsschritte absegnen lassen. Dabei geht es allerdings um einen verhältnismäßig kleinen Posten: 4,6 Millionen sollen bis Mitte 2014 in Olympiastadion, Eisstadion und Event-Arena (dem ehemaligen Radstadion) verbaut werden. Das Geld reicht nur fürs Nötigste: Für den Brandschutz und einige technische Verbesserungen, damit der Veranstaltungsbetrieb weiterlaufen kann. Die Summe ist in der Gesamtschätzung enthalten - ebenso wie die 111 Millionen, die bereits in den vergangenen Jahren in die Olympiabauten investiert wurden.