Ärger für die Reichen: Das Münchner Sozialforum will die Millionärsmesse in Riem mit Protestaktionen stören.
Ärger haben derzeit sogar die Reichen: Die Finanzkrise lässt ihre Konten schrumpfen und macht die Zukunft unsicherer. Nun wird auch noch die Vorfreude auf die Millionärsmesse, die am Donnerstag in der Messestadt Riem in München beginnt, getrübt. Das Münchner Sozialforum will die Reichen mit Protestaktionen stören.
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Mit einem "Sklavenmarkt" soll auf die Armut aufmerksam gemacht werden. "Reichtum wird auf der Messe zur Schau gestellt", kritisiert Walter Listl, der Sprecher des Sozialforums. "Armut dagegen kommt nur in Statistiken vor, die obendrein auch noch geschönt sind."
Das Motto der Protestveranstaltung lautet: "Euer Reich-Tun kotzt uns an." Der übermäßige Wohlstand weniger sei die Ursache wachsender Armut von vielen. Auf dem "Sklavenmarkt" am U-Bahn-Ausgang Willy-Brandt-Platz sollen billige Arbeitskräfte versteigert werden - nur wenige Meter von den einkaufenden Reichen entfernt.
Auf der Millionärsmesse präsentieren 100 Aussteller ihre Luxusprodukte auf 16.000 Quadratmetern. Jets, Yachten und Luxusautos warten auf neue Besitzer. Ein Diamantenschleifer stellt eine neue Methode vor, die Diamanten noch mehr funkeln lässt, ein Uhrenhersteller bringt seine limitierte FC-Bayern-Uhr auf den Markt und in einem Restaurant wird Kaviar serviert. Die Veranstalter erwarten 20.000 Reiche, Prominente, CEOs, Unternehmer, Netzwerker und Bons Vivants. Der Eintritt zur Messe beträgt 39 Euro.
Die Millionaire Fair gibt es bereits seit 2002 und fand bislang in Städten wie Moskau, Amsterdam oder Shanghai statt. Vom 16. bis 19. Oktober nun zum ersten Mal in München. Einen ersten Vorgeschmack, wie es auf einer Millionärsmesse zugehen könnte, haben die Münchner aber bereits bekommen. Im Frühjahr wurde die Stadt von der Luxusmesse "Luxury Fair" heimgesucht. Die Millionärsmesse brüstet sich: Was zähle, sei das Original - und das sei nun mal die Millionärsmesse.
Auch der Fotograf Martin Parr übte sich bis vor kurzem im Münchner Haus der Kunst als Kritiker des Luxus. In der Ausstellung "Luxury" waren Bilder von der Millionärsmesse in Moskau zu sehen, auf denen Parr die Porträtierten in eine irrwitzige Skurrilität erhebt. Oder wie Parr es beschreibt: Auf den Bildern verdunkelt der "Schatten menschlicher Schwäche" den Glamour.
Das Münchner Sozialforum will während der Protestaktion auch Flugblätter verteilen, mit einer Ausstellung auf die Armut in Deutschland aufmerksam machen und der Attac-Chor wird dazu das Rationalisierungs-Lied singen.
"Wir wollen aber nicht einzelne Personen angreifen", sagt Listl. "Klar ist, die Verhältnisse sind schuld." Auch die Caritas kommentiert die Messe. "Man darf die Millionäre nicht über einen Kamm scheren", sagt Sprecherin Maria-Jolanda Boselli der Süddeutschen Zeitung. "Es gibt viele Wohlhabende, die sich sozial engagieren. Aber Geld zu haben bedeutet auch, soziale Verantwortung zu übernehmen."
Die Millionärsmesse wird am Donnerstagabend vom Magier Hans Klok eröffnet. Ob es ihm gelingt, die die Millionäre störenden Randerscheinungen wegzuzaubern? Wahrscheinlich nicht, Geld macht schließlich nicht alles möglich.
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(sueddeutsche.de/cag)
Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
Die neueste Antwort
den Träger macht`s nicht wertvoller, am Ende bleibt er ein armes Menschenkind.Das letzte Hemd ----.
Thank god, I`m not a millionaire!
Protest ist das denn. Ein Sklavenmarkt an der U-Bahn Station. Als ob irgendeiner der reichen Messebesucher mit der U-Bahn kommt.
Besser wäre, jeder geht auf die Messe und die Reichen sind nicht mehr unter ihresgleichen und das wollen sie doch letztlich. Hat wahrscheinlich mehr Wirkung als ein revolutionäres Lied vortragen oder ein Laientheater aufzuführen.
Andererseits sollen sie doch ihr Geld für lauter Geraffel was die Welt nicht braucht ausgeben. Mir tuts nicht weh und es spült wenigstens ein paar Steuern in unseren gebeutelten Staatshaushalt.
Den armen Menschen auf dieser Welt bringt der Protest relativ wenig und merken werden sie auch nichts davon.
Spart euch die Energie und tut lieber selber was soziales.
Gruß
Das braucht er gar nicht. Wenn die Demo am U-Bahn-Ausgang Willy-Brandt-Platz stattfindet, werden die Millionäre nichts davon merken - die fahren doch nicht U-Bahn! Deshalb bin ich auch der Meinung, dass die Demo gar nicht für die Messebesucher gedacht ist, sondern eher bei den Passanten am U-Bahnhof Sympathie für die Organisatoren erzeugen soll.
Ich weiß, daß ich mich hier wiederhole, aber Ihre Aussage vermisst Substanz - nur weil Jemand viel Geld hat/verdient, heißt das noch lange nicht, daß Er/Sie mehr konsumiert - eher im Gegegenteil.
Man muss sich nur den Geldkreislauf bewusst machen - jemand der viel finanzielles Kapital hat wird einen Teufel tun Dieses zu verkonsumieren - das Kapital wird Gewinnbringend angelegt (Zinsen) und man lebt eben von diesen Zinsen - dass vom Volk erwirtschaftete Kapital wird aber hierdurch dem Markt entzogen.
BB71 (13.10.2008):
Desweiteren - Diejenigen, die so viel Geld haben (aus welchen Gründen auch immer) sind normalerweise die Letzten, die den Konsum ankurbeln.
Seit wann konsumieren Reiche viel - die sind meist noch geiziger als der geizigste Schotte (nix gegen Schotten). Und das jemand mit viel Geld ab und an einen Porsche, etc. kauft, kurbelt nur im sehr begrenzten Sinne den Markt an - das sollte Ihnen spätestens bei der "Managerbezüge" Diskussion aufgefallen sein (wenn ich 50 Mios vom Markt abziehe und mir dann eine Villa für 20 Mio kaufe und ein paar Autos - dann komme ich vielleicht auf 25 Mio - wo sind die anderen 25 Mio - und man kauft sich nicht jedes Jahr eine 20 Mio Villa).
Das System funktioniert so halt einfach nicht - ist wirklich eine ganz billige Milchmädchenrechnung... "
Ich verstehe auch nicht, warum man das immer wieder auf den Neid schiebt - ich kenne eigentlich nur einfälltige Menschen, die Neidisch auf Geld sind - da fehlt normalwerseise der Horizont.
Ich denke auch, die Leute die von einer Neiddebatte (Bild Ausdruck...) reden, die massiven Probleme des "Turbo-Kapitalismus" (Bild??) nicht verstanden haben und auch das Problem der falschen Umverteilung nicht begriffen haben.
Ist schon Schade, daß eine sozial Abhängiger (ja, daß sind wir Arbeitnehmer) die Trompete der Ungleichheit bläßt.. eigentlich ohne Worte.
Und zum Abschluß - ich denke, Reich sein will man doch nur im geistigen und gefühlsmaßigen Sinne - Geld konnte man noch nie essen, lieben und es macht erwiesenermassen auch nicht Glücklich - es kann einem allerhöchstens soziale Sicherheit geben und darum geht es hier - es geht um Gerechtigkeit!!
Und das jemand in der (priviligierten) Lage ist, viel Geld zu erben oder zu erwirtschaften (das kann man fast noch selbst erreichen, aber auch nur mit viel Vitamin B "Tie & Knot", etc.), enbehrt jeder gerechten Grundlage.
Geld und organisierte Religion sind die Übel der Menschheit.
Paging