Luxusherberge für Zamperl Auf den Hund gekommen

Im Norden von München können verwöhnte Vierbeiner ab sofort die Seele baumeln lassen: In Freising hat das erste deutsche Luxushotel für Hunde eröffnet.

Von Beate Wild

Hanna kommt gerade aus der Badewanne. Ihr schwarzes Haar glänzt und ist ganz weich. Sie wirkt entspannt und gibt sich verschmust. Anscheinend gefällt es ihr, dass sie von allen Seiten so umgarnt wird. Zum Abschluss der Badezeremonie werden Hannas Haare noch gründlich gebürstet. Sie lässt es stoisch über sich ergehen. Hanna ist neun Jahre alt und ein Border Collie. Die Hündin gehört zu den ersten Kundinnen des Canis Resorts, einem neuen Luxushotel für Hunde in Freising. Eine Art 5-Sterne-Herberge für Hunde? Braucht man das denn? "Wenn Sie denken, dass den Hunden bei uns verrückte Frisuren gemacht oder die Krallen lackiert werden, liegen Sie falsch", lacht Thomas Gerteis, Vorstandschef des Canis Resorts. "Für uns bedeutet Luxus, dass die Hunde einen Rund-um-die-Uhr-Service genießen können", sagt Gerteis. Diese intensive Betreuung sei absolut hundegerecht, ohne jeglichen Schnick-Schnack. Die Hauptaufgabe der rund 20 Dog-Sitter sei es, mit den Hunden zu spielen, sie zu streicheln und zu füttern. Wenn das Zamperl etwa Heimweh und Sehnsucht nach seinem Herrchen habe, müsse man sich besonders intensiv kümmern. "Der Hund muss sich wohlfühlen, das ist das Wichtigste", beteuert Gerteis. Für eine Übernachtung inklusive Betreuung, Pflege und Futter muss der Hundebesitzer 80 Euro hinblättern.

Border Collie Hanna hält bei der Fellpflege geduldig still.

(Foto: Foto: Beate Wild)

In einer der Hunde-Lodges spielt indes Maren Thullen mit Tiffy und Fine, den beiden zweijährigen Mischlingsschwestern. Die beiden Zwillinge sind äußerst quirlig und verspielt. Die 25 Jahre alte Hundebetreuerin hat alle Hände voll zu tun. "Die zwei sind ganz schön aufgeweckt, es macht großen Spaß", sagt Thullen, während die Hündchen ständig an ihr hochspringen.

Bevor sie als Dog-Sitterin im Canis Resort anfangen durfte, musste Thullen, wie alle ihre Kollegen, ein spezielles Training durchlaufen. "Sieben Workshops und dann muss man eine Prüfung bestehen", erzählt die junge Frau. Vorausgesetzt werde außerdem eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Hunden. "Das war bei mir kein Thema, ich habe vorher schon im Tierheim gearbeitet", sagt sie.

Die 20 Dog-Sitter des Canis Resorts arbeiten im Schichtbetrieb, da die Betreuung der Zamperl sieben Tage die Woche jeweils 24 Stunden erfolgt. "Jeder kommt mal mit der Nachtschicht dran", sagt Thullen. In jeder der neun Lodges gibt es eine Überwachungskamera, mit der die Betreuer die Tiere auch im Blick haben, wenn sie mal nicht bei ihnen in der Hütte sind.