Mit abgeklärter Altersweisheit hat Leonard Cohen sein Comeback nach 15 Jahren in der Olympiahalle zelebriert.
Passend zum Bühnen-Interieur mit Teppichen und Sesseln spielte die neunköpfige Band von Leonard Cohen in Wohnzimmerlautstärke, spanisch angehaucht, "Dance With Me To The End Of Love", "Bird On A Wire" und Liebesgeständnisse wie "Ain't No Cure For Love". Bei Symbolischerem wie "Future" oder "Everybody Knows", derzeit schon fast aktuelle Lieder, legte er in der halbvollen Olympiahalle geheimnisvoll die Hand übers Mikrofon, als würde er beten. Für Beifall bedankte er sich beim Publikum ganz stilvoll, indem er den Hut abnimmt und ans Herz legt.
"Die Stimme geht bis in die Knochen": Leonard Cohen in der Olympiahalle. (© Foto:)
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Schon vor Konzertbeginn fiel auf, wie unglaublich unterschiedliche Fans der große Cohen hat. Was aber ist dran an dem alten kanadischen Chansonnier, dass heute noch so viele Leute 90 Euro und mehr für eine Eintrittskarte hinlegen? Für die 54-jährige Inge Scheid, die extra aus Österreich angereist ist, ist die Antwort einfach: "Die Stimme geht bis in die Knochen. Und seine Texte sind so wahr", sagt sie mit glänzenden Augen.
Mit nostalgischer Schwärmerei habe das alles nichts zu tun, beteuert ihre Freundin Veronika Fiegl, die 25Jahre jünger ist und die gleiche Cohen-Leidenschaft pflegt. "Seine Musik macht mich ruhig und gleichzeitig wach."
Die Texte sind es auch, die den 19-jährigen Florian Degner begeistern. "Das gibt es heute kaum noch, dass die Texte lyrisch so viel hermachen, wie bei Famous Blue Raincoats". Auch das Urteil eines Kollegen ist in der Halle zu hören. "Der macht Musik, die extrem gut trösten kann in allen möglichen Situationen. Das kann er wie kein anderer", findet Martin Gretschmann, der selbst Musik macht - bei der Band The Notwists.
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(SZ vom 07.10.2008/sonn)
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Warum zwei RedakteurInnen nötig sind um eine so unqualifizierte, oberflächliche und fehlerhafte Konzertkritik zu schreiben ist mir schleierhaft. Sowohl der Song Dance Me To The End Of Love (bitte ohne With) aus dem 1984er Album Various Positions als auch Famous Blue Raincoat (bitte nur einen Regenmantel) aus Songs Of Love And Hate von 1970 wurden so falsch zitiert. Bei Cohens Lyrik kommt es eben auf jedes Wort an anders als offensichtlich in der SZ. Auch einen Syrtaki als spanisch und nicht griechisch angehaucht zu bezeichnen kommt mir wiederum spanisch vor.
Halbvoll von einer wirklich gut besuchten (ich schätze um die 80%) Olympiahalle zu sprechen spiegelt einen falschen Eindruck wider. Und ich weiß auch nicht wie laut Ingeborg Schober und Konstantin Kaip in ihren Wohnzimmern Musik hören, ich jedenfalls hätte sie dann wohl lieber nicht als Nachbarn.
In der zweiten Hälfte des Artikels werden fast nur noch Konzertbesucher zitiert, aber auch diese Meinungen sagen so gar nichts über die Qualität dieses subtil arrangierten und sehr beeindruckenden Konzerts aus. Und schon gar nicht interessiert es wohl die meisten Leser, dass ein Herr XY in der Band The Notwist (bitte ohne s am Ende) selbst Musik macht. Diese Band mag ja in der deutschen Independent-Szene sehr erfolgreich sein, spielt aber doch wohl (zumindest noch) in einer anderen Liga als Leonard Cohen, welcher am 10. März 2008 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde.
Dem, der wirklich erfahren will was dieses Konzert vom Pop-Rock-Allerlei unserer Tage abhob, empfehle ich die Online-Kritik der Abendzeitung, die in der TZ vom 8. Oktober abgedruckte Kritik, aber auch die Online-Kritik über das Berliner Konzert in der ausverkauften O2-Halle in der Berliner Zeitung. Zur Ehrenrettung der SZ sei noch der Online-Artikel Der Mann der Stunde von Hilmar Klute vom 5. Oktober zu empfehlen. Um mit den Worten Leonard Cohens abzuschließen: There is a crack in everything, thats where the light comes in. Jetzt wäre nur noch zu hoffen, dass dieses Licht auch unsere beiden KonzertkritikerInnen erreicht.
Mit besten Grüßen
Kajasaka, München