Meine Woche Es findet sich immer eine Lösung

Margit Scherer arbeitet ehrenamtlich im Tierheim Unterschleißheim.

(Foto: Robert Haas)

Margit Scherer arbeitet im Tierheim Unterschleißheim

Von Franziska Bohn, Unterschleißheim

Noch hat das Tierheim in Unterschleißheim Glück, bislang wurden im Sommer keine Tiere abgegeben. Normalerweise ist das anders: "Gerade in der Ferienzeit werden leider Gottes viele Tiere ausgesetzt, weil die Besitzer nicht wissen, was sie zum Beispiel mit ihrer Katze machen sollen", sagt Margit Scherer (). Die 66-Jährige arbeitet ehrenamtlich im Tierheim und kümmert sich ein bis zwei Mal in der Woche um Tiere. Zurzeit leben dort ausschließlich Katzen, aber auch Wüstenrennmäuse, Ratten und Frettchen gab es schon im Tierheim. "Passieren tut hier immer was", sagt sie und lacht. Das Ehrenamt sei ein guter Ausgleich zu ihrer Arbeit als Wirtschafterin bei der Lebenshilfe in Freising. "Tiere zeigen so einfach ihre Zuneigung, fordern ihre Streicheleinheiten. Das macht mir dann einfach Spaß."

Wenn Familien in der Urlaubszeit nicht wissen, wohin sie ihr Tier geben sollen, können sie sich an das Tierheim wenden, wie Scherer sagt. Dieses kann Kontakte zu Tierpensionen vermitteln oder Freiwillige kontaktieren, die das Tier zu Hause während des Urlaubs füttern. Warum Menschen ihr Tier aussetzen, versteht Scherer nicht. "Es gibt so viele Tierheime hier. Selbst wenn wir ein Tier nicht aufnehmen, können wir es an ein anderes Tierheim vermitteln".

Besonders freut sich Scherer, wenn sie und ihre Kollegen Tiere an Familien vermitteln können: "Vor allem die Katzen tun mir leid. Es ist einfach was Tolles, wenn ein Tier eine neue Heimat findet." Auch sie selbst hat einen Kater aus dem Tierschutz bei sich aufgenommen. Erst vor ein paar Tagen ist ein Häschen ausgezogen, weil es ein neues Zuhause gefunden hat. Manchmal können sie auch entlaufene Tiere ihren Besitzern zurückgeben. Dafür ist es sehr hilfreich, wenn die Tiere tätowiert sind oder einen Chip im Ohr haben. Das gilt auch für Hauskatzen, denn die sind draußen erst recht orientierungslos.

Viele Tiere sind krank, wenn sie im Tierheim abgegeben werden, und müssen vom Tierarzt behandelt werden. Dann brauchen sie Tabletten oder bekommen eine Salbe, die Scherer ihnen in die Augen schmieren muss: "Das mag keine Katze, da bekomme ich schon einmal einen Kratzer ab, aber wer mag das schon?" Aber die Unterschleißheimerin tut das gern. "Mir ist es sehr wichtig, Tieren zu helfen. Ich helfe ihnen vor Ort, wenn das jeder tut, ist das schon mal ein Anfang". Im Tierheim in Unterschleißheim gibt es 20 ehrenamtliche Helfer, die sich morgens und abends um die Tiere kümmern. "Jeder hier macht das mit viel Engagement und Liebe, ich bin ja nur eine von vielen", sagt Scherer. Sie will so lange mit ihrem Ehrenamt weiter machen, wie sie kann, auch wenn sie in Rente ist: "Ich freue mich jedes Mal, wenn ich zu den Tieren komme, sie geben mir auch etwas zurück. Spaß mit den Tieren werde ich immer haben".