Kritik an Israel Eine-Welt-Haus schließt "Salam Shalom" aus

Im Eine-Welt-Haus erhält der israelkritische Verein "Salam Shalom" bis auf Weiteres keine Räume für Veranstaltungen mehr. Das bestätigte am Mittwoch Stephan Kowalski, Geschäftsführer der Institution an der Schwanthalerstraße. Damit reagieren der Vereinsvorstand und die Geschäftsführung des Eine-Welt-Hauses offenbar auf den wachsenden Druck durch den Beirat, der sich zunehmend gegen Veranstaltungen des Vereins im städtisch geförderten Haus ausspricht. Kritiker werfen der Gruppe vor, die Grenze zwischen Israelkritik und Antisemitismus zu überschreiten. So argumentierte auch das Kulturreferat im vergangenen Herbst, als es "die Überlassung der städtischen Räume an den Verein Salam Shalom" untersagte. Damals hatte der Verein den Publizisten Abraham Melzer eingeladen, der für seine scharfe Kritik an Israel bekannt ist. Der Trägerkreis des Eine-Welt-Hauses reagierte auf das Verbot empört, weil die Stadt in die Autonomie des Hauses eingegriffen hatte. Mittlerweile hat sich der Ton weiter verschärft. Bürgermeister Josef Schmid drohte sogar damit, dass die städtische Förderung des Eine-Welt-Hauses auf dem Spiel stehe.

Im April wollen sich Vorstand und Geschäftsführung des Eine-Welt-Hauses mit dem Verein "Salam Shalom" aussprechen. Im Juni soll schließlich die Mitgliederversammlung des Hauses darüber entscheiden, wie mit dem Thema weiter umgegangen werden soll.