Kostenloses Wlan in München Surfen wie die Berliner

Kostenlos ins Internet: Viele Cafés bieten das bereits an. Künftig soll es auch an öffentlichen Plätzen möglich sein, ohne zu bezahlen zu surfen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Vorbild Berlin: Seit Oktober 2012 gibt es an gut 60 Plätzen in der Hauptstadt kostenloses Wlan. München will jetzt nachziehen. Offen ist allerdings noch, wo es Hotspots geben soll - und wer sie einrichtet.

Von Bernd Kastner

Berlin mag sich schwer damit tun, einen funktionierenden Flughafen zu bauen. Aber es gibt etwas, da ist die Bundeshauptstadt München voraus: beim kostenlosen, öffentlichen Wlan. In Berlin läuft seit Oktober ein Pilotversuch, an gut 60 Orten in der Innenstadt können sich Besitzer von Notebooks, Smartphones und Tablet-Computern ins Internet einloggen. Wollen wir auch haben! tönt es in München. Siegfried Schneider sagt das zum Beispiel, der Chef der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM): "Wir werden gemeinsam mit interessierten Partnern prüfen, in bayerischen Kommunen, insbesondere in München, kostenloses Wlan anzubieten."

Damit artikuliert Schneider einen Wunsch, der schon seit geraumer Zeit durchs Rathaus geistert. CSU, SPD und zuletzt die Grünen wollen die Münchner kabellos und kostenlos ins Netz bringen. Und nun ist Berlin das große Vorbild. Die Grünen wollen das Berliner Modell im Stadtrat vorgestellt bekommen - und es dann nachmachen, mehr oder weniger.

Fraktionschef Florian Roth denkt an öffentliche Orte wie Marienplatz oder Stachus, an öffentliche Gebäude wie Rathaus oder Kreisverwaltungsreferat, also an Stellen, an denen sich viele Menschen aufhalten, eilend oder wartend. Genaue Vorstellungen, räumt er ein, habe er zwar noch nicht. Nur, dass man zeitlich unbegrenzt surfen können soll, nicht nur für eine halbe Stunde, so wie es die Berliner machen. München will mehr.

Vorerst blickt die Netzgemeinde interessiert auf die Bundeshauptstadt. Dort, so berichtet Eva Flecken von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, soll es bald an 90 öffentlichen Stellen, außen wie innen, Hotspots geben. Weitere zehn in der Nachbarstadt Potsdam. Dass die Berliner Surfer nichts zahlen müssen, sei dem Kooperationspartner Kabel Deutschland zu verdanken, der laut Flecken die Infrastruktur stellt und die Verbindungskosten übernimmt. Die nötigen Router seien bislang vor allem in Berlin-Mitte, etwa am Hackeschen Markt, sowie in Charlottenburg und Wilmersdorf installiert. Derzeit prüfe man 15 weitere Hotspots - in Bürgerämtern, Museen oder Gedenkstätten.

Damit aber nicht genug: Parallel zum Projekt der Medienanstalt hat der Berliner Senat Unternehmen aufgerufen, sich am Ausbau eines freien Wlan zu beteiligen. Die Stadt wolle und könne das selbst nicht machen. Einige Firmen, so ein Senatssprecher, hätten sich daraufhin gemeldet, nun versuche man, die privaten, lokalen Angebote, etwa an Buswartehäuschen, zu einem Mosaik zu vervollständigen. "Das ist nicht unkompliziert", sagt der Sprecher. Aber sie haben eine Vision in Berlin: die flächendeckende Versorgung innerhalb des S-Bahnrings. Die sei "räumlich und konzeptionell denkbar".

Allein, das dauert. Und in München womöglich noch länger. Derzeit, so ein Rathaussprecher, arbeite die Verwaltung an einem Konzept, es soll im Frühjahr fertig sein. Bei der BLM arbeiten sie auch - und reden mit Kabel Deutschland. Die in Unterföhring ansässige Firma habe signalisiert, auch in München Hotspots zu installieren. Und wenn alles klappt, heißt es bei der BLM, werde man noch heuer beginnen, Berlin nachzueifern.