Kooperation von Stadt und Historischem Verein Die Nachtigall des Zaren

Gästeführerin Petra Vögele vor der Brucker Klosterkirche.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Petra Vögele hat viele Anekdoten rund um das Kloster Fürstenfeld parat

Von Stefan salger, Fürstenfeldbruck

Petra Vögele liebt Überraschungen. Und die Teilnehmer ihrer Führungen dürfen sich bei den Rundgängen zu geheimnisvollen Orten oder auf der Suche nach den Spuren des Erzgießers Ferdinand von Miller immer auf etwas Unerwartetes freuen. Seit Fürstenfeldbruck 2013 in Kooperation mit dem Historischen Verein 17 Gästeführer ausgebildet hat und öffentliche sowie private Stadt-, Kirchen- und Museumsführungen gebucht werden können, ist Petra Vögele dabei. Ihre Spezialität sind Schauspielführungen, bei denen an Orten wie dem Keller an der Klosterkirche schon mal Kastraten-Sänger Filippo Balatri im roten Seidengewand auftaucht und seine helle Stimme in dem von Taschenlampen in flackerndes Licht getauchten Gewölbe erklingen lässt. Mitte des 18. Jahrhunderts erfreute sich der Abt des Klosters Fürstenfeld am Gesang der "Nachtigall des Zaren". Es ist eine Episode der reichen Geschichte Fürstenfeldbrucks, der man nur ein paar Hundert Meter von der S-Bahnstation entfernt begegnet. Im Blickpunkt steht vor allem das Kloster mit der prächtigen Barockkirche, ehemals Zisterzienserabtei und Hauskloster der Wittelsbacher - 1263 von Herzog Ludwig II. dem Strengen gestiftet, als Sühne für die unrechtmäßige Hinrichtung seiner ersten Frau Maria von Brabant. 1347 starb Kaiser Ludwig der Bayer im nahegelegenen Puch bei der Bärenjagd. Auch historische Technik ist allgegenwärtig in der Kreisstadt, die von Wasserkraftpionier Oskar von Miller als einer der ersten Orte in Bayern mit einer elektrischen Straßenbeleuchtung ausgestattet wurde.

Petra Vögele weiß, wie man hier der Hektik entkommt: Da gibt es die Klosteranlage mit den ausladenden Kastanien, das idyllische Amperufer, das reich verzierte alte Rathaus, die mit Vorhängeschlössern behängte schmale Silbersteg-Brücke, von der aus das zinnenbewehrte Hochmagazin der einstigen Aumühle zu sehen ist, die immer geöffnete Leonhardikirche an der Amperbrücke oder der kleine Biergarten hinter dem Romantikhotel Post, dessen Wurzeln zurück ins Jahr 1620 reichen.