Innenstadt Parkgarage ersetzt Parkhaus

Die geplante Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring soll das bestehende Parkhaus ersetzen.

Aus 467 mach 520: Das städtische Parkhaus an der Hildegardstraße in der Innenstadt wird abgerissen, dafür entsteht am Thomas-Wimmer-Ring eine neue Tiefgarage mit mehr Stellplätzen. Aus dem Parkhaus selbst sollen Wohnungen werden - und Hotelzimmer.

Von Marco Völklein

Ein siebenstöckiges und ein vierstöckiges Gebäude direkt neben dem Hotel "Mandarin Oriental", dazu eine dreistöckige Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring - Wolfgang Roeck, Chef der Münchner Bau- und Entwicklungsgesellschaft Wöhr + Bauer, hat eine Menge vor in der Innenstadt. Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat beschlossen, das städtische Parkhaus im Karree zwischen Hildegardstraße, Hochbrückenstraße und Neuturmstraße zu verkaufen und dort eine Mischung aus Handel, Gewerbe und Wohnen errichten zu lassen. Um den Wegfall der 467 Parkplätze auszugleichen, soll unter dem Altstadtring zwischen Maximilianstraße und Kanalstraße eine neue Tiefgarage entstehen. Den Zuschlag dafür erhielt nun Wöhr + Bauer.

Das Münchner Unternehmen kennt sich aus mit Parkhäusern und exklusiven Innenstadt-Immobilien. In München hat Firmenchef Roeck unter anderem die Anwohnertiefgarage unter der Donnersberger Straße errichtet, ebenso den "Angerhof" genannten Komplex am Oberanger mit dem im Jahr 2010 vom ADAC ausgezeichneten Parkhaus. "Einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag" will Roeck nun in die Hand nehmen, um die beiden Gebäudekomplexe in der Innenstadt zu errichten. Zuvor hatte die Stadt mit Roeck sieben Monate lang die Vertragsmodalitäten ausgehandelt. Wie viel die Firma für die Flächen an die Stadt zahlt, wurde nicht bekannt.

Intern nennen die Entwickler das Projekt "Hilde und Tom" - abgeleitet von den Straßennamen, an denen die Objekte liegen. Bis Ende April 2014 will Roeck für beide Projekte einen Ideen- und Gestaltungswettbewerb durchführen. Von Anfang 2016 an sollen zunächst die Arbeiten für die 520 Stellplätze umfassende Tiefgarage unter dem Altstadtring anlaufen. "Bis zu 50 Prozent" der Parkplätze sollen Anwohnern zur Verfügung stehen - die dafür allerdings tief in die Tasche greifen müssen. Schon jetzt kostet ein Platz im Parkhaus an der Hildegardstraße zwischen 200 und 250 Euro im Monat. Die Preise unter dem Thomas-Wimmer-Ring dürften "davon nicht weit weg sein", sagt Roeck.

Die Stadt wünscht sich eine "intensive Bürgerbeteiligung"

Das Unternehmen will die Tiefgarage in Deckelbauweise erstellen, kündigt Roeck an - das gleiche Verfahren wendet die Stadt derzeit am Luise-Kiesselbach-Platz an. Autofahrer dürfen sich also jetzt schon mal auf Staus und Behinderungen einstellen. Komplettsperrungen des Altstadtrings werde es aber nicht geben, versichert Roeck. Die Zu- und Ausfahrten sollen rechts und links der bestehenden Fahrbahnen entstehen; dort, wo jetzt noch einige Parkplätze sind. Mitte 2018 soll die Tiefgarage in Betrieb gehen - erst dann kann das Unternehmen mit dem Abriss des Parkhauses an der Hildegardstraße beginnen.

Bis Mitte 2021 sollen dann dort zwei Gebäude mit Flächen für Handel und Gastronomie sowie Wohnungen entstehen. Außerdem plant Roeck eine Erweiterung des Hotels Mandarin Oriental, das derzeit nur 73 Zimmer umfasst und dringend seinen Gästen mehr Raum und zusätzlichen Service bieten möchte. Etwa 50 neue Zimmer will Roeck bauen, außerdem ein exklusives Spa. Mit den Wohnungen darüber wird sich das Unternehmen - wie auch schon beim Angerhof - an einen eher exklusiven Käuferkreis wenden. Zudem soll es einen freien Platz im Süden mit Flächen für Gastronomie geben.

Die Stadt wiederum wünscht sich insbesondere bei den Detailplanungen für die Tiefgarage eine "intensive, offene Bürgerbeteiligung", wie Susanne Ritter vom Planungsreferat betont. Auch wenn derzeit am Josephsplatz ein heftiger Streit um die dort geplante Anwohnertiefgarage tobt, erwartet Roeck am Altstadtring kaum Proteste. "In der Summe steht ein Mehrwert für alle Beteiligten", sagt der Firmenchef. Vor allem die Gegend rund um das Hotel werde aufgewertet. Stadtplanerin Ritter sieht das ähnlich: "Die Alternative wäre eine Sanierung des bestehenden Parkhauses an diesem attraktiven Standort gewesen."