Umfrage zur Münchner Bewerbung So denken Sie über Olympia 2022

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Münchens Olympia-Bewerbung für 2022 ist umstritten - wie sehr, zeigt eine Internet-Umfrage von SZ.de kurz vor den Bürgerentscheiden. Mehr als 13.000 Stimmen gingen ein, sie sind nicht repräsentativ, aber doch aufschlussreich.

Von Stefan Plöchinger

50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen sollen die Winterspiele nach München und Bayern kommen - davon träumen die Befürworter der Olympia-Bewerbung 2022. Doch das Projekt ist umstritten und in der Bevölkerung kein Selbstläufer: Das legt eine Netz-Umfrage von SZ.denahe, in der mehr als 60 Prozent dagegen sind.

Mehr als 13.000 Stimmen gingen ein, bereinigt um offensichtliche Doppel- und Unsinnsantworten. Die Beteiligung war damit doppelt so hoch wie bei einer ähnlichen Internet-Umfrage zur dritten Start-und-Lande-Bahn am Münchner Flughafen, dem anderen Großprojekt der vergangenen Jahre, über das die Bürger in München abstimmen durften und das sie abgelehnt haben. Offensichtlich mobilisiert die Diskussion über die Olympia-Bewerbung beide Seiten, zumindest zur Stimmabgabe im Netz.

Nun sind am kommenden Sonntag die Bürger in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein aufgefordert, über Olympia 2022 zu entscheiden. An der Internet-Umfrage am Montag und Dienstag durften allerdings Menschen aus aller Welt teilnehmen, sie sollten außerdem ihre Postleitzahl angeben, um lokale Tendenzen sichtbar zu machen.

Jetzt liegt ein breit gefächertes Meinungsbild vor. Es ist nicht repräsentativ - das hervorzuheben, ist wichtig, denn Missbrauch ist bei Internet-Umfragen schnell möglich (wenngleich die Antworten um mutmaßliche Mehrfachantworten bereinigt wurden). In jedem Fall aber macht die Karten-Umfrage klar, wie umstritten das Projekt ist.

Die wesentlichen Ergebnisse:

  • Die rohen Daten: 62 Prozent der 13.214 Stimmen, die eingingen, sind gegen eine Olympia-Bewerbung, 32 Prozent dafür, sechs Prozent unentschieden. Dieses Meinungsbild zeigt entweder, wie kritisch die Bürger das Projekt wirklich sehen oder wie gut die Gegner mobilisiert haben respektive wie schlecht die Befürworter. Weil die Daten nicht repräsentativ sind, haben wir auf eine Detailauswertung für viele Kommunen verzichtet, um keine falsche Zahlensicherheit zu vermitteln.
  • Die Details für München: Nur hier lohnt eine eigene Auswertung, denn mehr als die Hälfte der Stimmen (7166) wurden mit Münchner Postleitzahl abgegeben. Das Ergebnis hier ist ähnlich wie insgesamt: 33 Prozent für die Bewerbung, 60 Prozent dagegen, sieben Prozent unentschieden.
  • Die Argumente: Jeder sechste Nutzer hat seine Haltung begründet. In der Karte oben sehen Sie diese Stimmen als große Klickpunkte, im Gegensatz zu den kleinen ohne Begründung. Stöbern Sie in der Karte, Sie werden viele Meinungen zu den Spielen erfahren.
  • Die Haltung zum IOC: Neben dem Votum über das Projekt haben wir gefragt, wie die Teilnehmer zum Internationalen Olympischen Komitee stehen. Das Ergebnis kann die Herren der Spiele in keinem Fall zufriedenstellen, egal wie repräsentativ es ist - denn auch unter den Befürwortern, die sich zu der Frage geäußert haben, sehen 50 Prozent das IOC eher oder komplett kritisch. Bei den Unentschiedenen sind es 79 Prozent, bei den Gegnern sogar 93 Prozent. Nur ein Prozent ist dem Komitee tendenziell oder komplett positiv gegenüber eingestellt. Woher die kritische Haltung gegenüber den Spielen 2022 unter anderem rühren dürfte, liegt damit nahe.

Die Entscheidung am Sonntag ist nicht abzusehen; bei der dritten Start-und-Lande-Bahn ergab die Kartenumfrage einst eine hauchdünne Mehrheit für den Ausbau, es kam anders. Darum sollten sich die Bürger, die abstimmen dürfen, vor der Entscheidung genau informieren - in dieser Übersicht von SZ.de finden Sie die Argumente und alle Hintergründe, die Sie brauchen.

Mehr Details für Dateninteressierte: Hier können Sie die benutzten Basiswerte der Grafik sehen und hier die Rohversion der Daten.