Mitten in Germering Glücksbringer aus Stahl

Etwas dünn für einen Eishockeyspieler, aber wohl hart im Nehmen: das Maskottchen der Wanderers.

(Foto: Voxbrunner Carmen)

Der Eishockeyklub "Wanderers" hat ein ganz besonderes Maskottchen

Kolumne Von Andreas Ostermeier

Viele Sportvereine haben ein Maskottchen. Denn Sportler setzen nicht nur auf Training, Können und Leistung, sondern auch aufs Glück, wenn es in den Wettkampf geht. Und fürs Glück ist ein Maskottchen zuständig. So schickt der FC Bayern München vor einem Heimspiel "Bernie" in die Allianz-Arena. Der Bär soll die Zuschauer in Stimmung bringen. Der TSV 1860 München vertraut als Glücksbringer auf einen Löwen mit Namen "Sechzger", Borussia Dortmund verlässt sich auf die Biene "Emma". Etwas anders geht es in Köln zu. Dort steckt nicht ein Mensch im Maskottchen-Kostüm, stattdessen wird ein lebendiger Ziegenbock mit Namen "Hennes" ins Stadion geführt, wenn die Kicker vom 1. FC spielen.

Sportlich und vom Zuschauerinteresse her gesehen, kann der Germeringer Eishockeyklub "Wanderers" mit den genannten Vereinen nicht mithalten. Ein Maskottchen hat aber auch er. Dabei haben die Germeringer allerdings keinem Tier, sei es echt oder der Fantasie entsprungen, diese Rolle zugewiesen, sondern vertrauen einem Eishockeyspieler aus Stahl. Diesen hat der Münchner Künstler Walter Zierer geschaffen. Von ihm stammen auch ein Tennis- und ein Basketballspieler. Ein gutes Jahr steht der Wanderers-Spieler aus Stahl bereits vor dem Polariom und hat sich zur Freude des Künstlers zum "absoluten Hingucker" entwickelt.

In die Eishalle hinein kann der an die zwei Meter hohe Kerl allerdings nicht geführt werden, denn er ist auf einem Betonsockel befestigt. Und einen Namen hat er - im Unterschied zu den anderen genannten Maskottchen - auch nicht. Dafür muss er aber auch keine Aufgaben als Werbefigur des Vereins übernehmen wie die anderen. Das Wanderers-Maskottchen ist eben, wie die Vereinsspieler, Amateur. Doch deswegen bringt der stählerne Kerl in den Vereinsfarben Schwarz und Gelb und ausgerüstet mit einem Schläger dem Verein nicht weniger Glück als andere Maskottchen. Vor einem Jahr reichte allein die Ankündigung seines Wechsels von der Künstlerwerkstatt nach Germering, um das Glück zu zwingen und die Klasse zu erhalten. Und auch in diesem Jahr war das Glück den Wanderers hold - und sie spielen weiterhin in der Bayernliga.