Landtagswahl Bruck-Ost Klare Gewinner und Verlierer

Die CSU kann im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost an ihre alten Wahlerfolge anknüpfen. Die SPD legt zu und spricht von einer Trendwende. Die Grünen schrumpfen und die FDP bricht ein

Von Gerhard Eisenkolb

Die CSU hat bei der Landtagswahl im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost mit 46,1 Prozent der Erst- und Zweitstimmen an ihre alte Erfolge anknüpfen können. Das Plus der CSU beträgt 7,5 Prozentpunkte. Der Gröbenzeller CSU-Abgeordnete Reinhold Bocklet verteidigte sein Direktmandat souverän. Die SPD sieht bei einem Zuwachs von 3,7 Prozentpunkten nach einer langen Serie von Verlusten die Trendwende im Landkreis gekommen. SPD-Kreisvorsitzender Michael Schrodi hofft nun auf ein noch besseres Abschneiden bei der Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Für die Grünen ist der Traum geplatzt, die SPD zu überholen und die zweitstärkste politische Kraft im Landkreis zu werden. Grüne und FDP sind mit deutlichen Verlusten die Verlierer vom Sonntag. Die Wahlbeteiligung lag bei 71 Prozent.

Mit Erfolg geworben: Reinhold Bocklet (CSU) gewinnt den Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost.

(Foto: Johannes Simon)

Als der wiedergewählte Stimmkreisabgeordnete Reinhold Bocklet (CSU) kurz nach 18.30 Uhr im Landratsamt eintrifft, gratulieren ihm Anhänger seiner Partei gleichermaßen wie SPD- und FDP-Mandatsträger. "Ich habe nicht mit der absoluten Mehrheit der CSU gerechnet", bekennt er betont sachlich. Er verweist darauf, dass seine Partei gemeinsam mit der FDP eigentlich gut regiert habe. Um zu ergänzen: "Das sahen viele anders." Für den Wahlerfolg hat der CSU-Abgeordnete - wie viele andere Besucher der Wahlparty im Landratsamt auch - eine einfache Erklärung. Die Menschen hätten gesehen, dass es Bayern außerordentlich gut gehe. Er nehme das Vertrauen der Wähler in Demut an, ergänzt Bocklet. Nun gehe es darum, die gute CSU-Politik fortzusetzen. Der Brucker Kreis- und Stadtrat Ludwig Lösch (CSU) ist sich angesichts der absoluten Mehrheit sicher, dass Listenkandidat Thomas Goppel wieder im Landtag vertreten sein wird.

Enttäuscht, aber nicht resigniert zeigte sich die Jesenwanger SPD-Abgeordnete und Direktkandidatin Kathrin Sonnenholzner. Die Tatsache, dass die CSU wieder die absolute Mehrheit bekommen habe, mache sie ratlos, bekennt die SPD-Politikerin. "Da fällt mir nichts mehr ein", sagte sie. Die Sozialdemokratin erinnerte an das eigentliche Wahlziel: "Mit einer anderen Mehrheit eine andere Politik zu gestalten." Dieses Ziel habe die SPD verfehlt. Für Sonnenholzner ist es auch kein Trost, dass ihr persönliches Erststimmenergebnis gut ausfiel. Wo man sie kenne, wie beispielsweise in Jesenwang, da sei mit 28 Prozent der Erststimmen auch ihr Wahlergebnis in Ordnung. Die hohen Verluste der Grünen begründet Kreisvorsitzender Jan Halbauer mit dem Bundestrend, der den Landtagswahlkampf überlagert habe. "Und in Bayern wurden die Grünen zwischen Ude und Seehofer zerrieben." Die Olchinger Kreis- und Stadträtin der Grünen, Ingrid Jaschke, nennt noch einen anderen Grund für die Niederlage: "Das liegt an der hohen Wahlbeteiligung", meint die Kommunalpolitikerin, von der möglicherweise vor allem andere Parteien stark profitierten. Auch der Direktkandidat Martin Runge beschönigt nichts. Er spricht von einer klaren Niederlage und riesigen Enttäuschung. Seine Partei, so Runge weiter, habe ihre zwei Wahlkampfziele klar verfehlt. Das erste bestand in einem zweistelligen Wahlergebnis, das zweite darin, die CSU abzulösen. "Bei beidem haben wir verloren", bekennt Runge.

"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis", sagt Michael Obermair, der Stimmkreisbewerber der Freien Wähler. Schließlich liege er mit seinem Ergebnis weit über dem FW-Landesdurchschnitt. Der Maisacher macht sich trotzdem keine Hoffnung auf ein Landtagsmandat. FDP-Direktkandidat Klaus Wollenberg kann bei Verlusten von 6,2 Prozentpunkten seine Enttäuschung nicht verbergen. Ihn überrascht, dass nach Auszählung der ersten Gemeinden das Ergebnis der Liberalen auch in seinem Stimmkreis weit unter fünf Prozent bei nur noch 3,6 Prozent liegt. "Es ist einfach ärgerlich", und zwar sowohl für ihn selbst als auch für die FDP. Die hohen Verluste führt der Liberale ausschließlich auf den Landestrend zurück.