Germering Ein neues Stadtviertel

Auf dem Kreuzlinger Feld könnten Wohnungen für mehr als 2000 Personen entstehen. Der erste Planentwurf trifft im Stadtrat der einwohnerstärksten Landkreiskommune auf viel Zustimmung

Von Andreas Ostermeier, Germering

Die Stadt Germering hat den ersten Schritt auf dem Weg hin zu einer Bebauung des Kreuzlinger Felds getan. Die Mitglieder des Bauausschusses befürworteten am Dienstag den Entwurf eines Rahmenplans für die etwa zehn Hektar große Freifläche im Westen der Stadt (auf der Grafik rot umrandet). Diese Rahmenplanung sieht die Errichtung eines Stadtviertels vor, in dem eines Tages mehr als 2000 Personen wohnen könnten. Der ausführlichen Diskussion über das Projekt folgten mehrere Dutzend Zuhörer, die ins Rathaus gekommen waren.

Ihnen und den Stadträten stellte Architekt Peter Bohn einen ersten Entwurf vor, wie das südlich der Landsberger Straße gelegene Karree von der Kreuzlinger Straße bis zum westlich des Starnberger Weges gelegenen Bauhof sowie der dortigen Gärtnerei - die Kleingartenanlage ist ausgenommen - bebaut werden könnte. Demnach soll es dort einen Mix aus drei- bis fünfgeschossigen Häusern geben, vorgesehen sind zudem ein Nahversorger sowie mehrere Gebäude für eine Grundschule, eine Kita und einen Hort. Das Gebäude der Feuerwehr Unterpfaffenhofen, das bereits besteht, wird in das Ensemble eingefügt. Autoverkehr soll es in dem neuen Wohngebiet nicht geben, sämtliche Wege sind Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Die Siedlung wird lediglich über den Starnberger Weg sowie eine Straße ganz im Norden, entlang der Bahnlinie, erschlossen. Eine Promenade in Verlängerung der Kleinfeldstraße soll die Mittelsachse des neuen Wohngebiets bilden, zudem sieht der Rahmenplan viel öffentliches und privates Grün vor.

Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) betonte, dass die Rahmenplanung lediglich informelle Bedeutung habe. Baurecht wird erst durch die Aufstellung eines Bebauungsplans geschaffen. Es sei also ausreichend Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, ob eine solche Planung zur Stadt passe, ob sie genügend Infrastruktur enthalte, und wie eine sozialgerechte Bodennutzung umgesetzt werden könnte, sagte Haas. Stadtbaurat Jürgen Thum sprach vom Schließen einer "Zahnlücke" am westlichen Stadtrand. Seiner Meinung nach profitiert ein Wohngebiet an dieser Stelle von den Einrichtungen, die bereits am Ort sind, wie dem Carl-Spitzweg-Gymnasium, der Realschule und dem Vereinsgelände des TSV Unterpfaffenhofen-Germering.

Zustimmung fand die Planung auch bei vielen Stadträten. Robert Baumgartner (SPD) sprach von einem neuen Zentrum im Stadtgebiet und betonte, dass dort eine stattliche Anzahl von bezahlbaren Wohnungen entstehen könnte. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Andre (CSU) und seine Fraktionskollegin Manuela Kreuzmair äußerten Gefallen an der Planung, ebenso Cathrin Rausch (SPD).

Skeptisch zeigte sich Angelika Kropp-Dürr (Grüne). Sie forderte, das Windgutachten aus dem Jahr 1997 zu berücksichtigen, damit der Stadt negative klimatische Veränderungen erspart blieben. Karin Sepp (ÖDP/Parteifreie) kritisierte, dass durch einen großflächigen Bau von Wohnungen zu viel Boden versiegelt werde. Die Stadt habe eine Verantwortung für die Menschen, die bereits in Germering leben, sagte Sepp zur Begründung ihrer Ablehnung des Vorhabens. Sie stimmte als einzige gegen die Rahmenplanung.

Einwände hatte auch Andre. Er gab zu bedenken, dass ein Wohngebiet mit mehr als 2000 Einwohnern zu groß dimensioniert sein könnte für Germering. Rausch widersprach. Dem Zuzugsdruck könne nur begegnet werden, wenn die Stadt den Wohnungsbau realisiere, der auf einer solchen Fläche möglich ist. Katrin Schmidt und Hans Pichelmaier (beide CSU) wollten wissen, wie viel Fläche momentan bebaut werden könnte, obwohl nicht alle Grundeigentümer mitmachen. Bohn antwortete, dass momentan schon der überwiegende Teil der Freifläche zur Verfügung stehe, um die Pläne umzusetzen.