Bei einem Treffen der Bürgermeister Fliegerhorst-Anrainer legen Konflikt bei

Nach Unmutsäußerungen aus Emmering und Maisach über Brucker Alleingang setzen die Vertreter von vier Kommunen bei Gesprächen auf Kooperation

Von Ariane LindenbacH, Fürstenfeldbruck

Erst war der Ärger groß. In Maisach und Emmering fühlte man sich vom Vorgehen Fürstenfeldbrucks vor den Kopf gestoßen. Anstatt - wie vorher ausgemacht - gemeinsam einen Ideenwettbewerb zur Zukunft des ehemaligen Fliegerhorstes auszuloben, hatten die Stadträte der Kreisstadt kurzerhand eine Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen und ein Planungsbüro beauftragt. Damit stellte die Kreisstadt die anderen vor vollendete Tatsachen. Für die nachbarschaftlichen Beziehungen - und die Zukunft des einstigen Militärgeländes - nicht gerade die besten Voraussetzungen.

Doch jetzt wollen alle ihren Ärger vergessen und miteinander kooperieren. Gemeinsam will man Lösungen zu Fragen finden, etwa wie das Größenverhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe sein soll, wie die Erschließung verlaufen soll. Am Freitag haben sich die Bürgermeister von Bruck, Emmering, Maisach sowie aus Olching als Vertreter für den Rathauschef Andreas Magg der Leiter des Bauamtes, Franz Brunnhuber, zum Gespräch getroffen.

"Einigkeit bestand darin, dass die Konversion des Fliegerhorstes Bedeutung für die ganze Region haben wird. Mit Blick auf diesen Aspekt sollen die Gespräche gemeinsam mit Vertretern des Landkreises, der Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, d. Red.) fortgeführt werden", erklärt die Stadt Fürstenfeldbruck nun in einer Mitteilung. μMaisachs Bürgermeister Hans Seidl hatte erst am Donnerstagabend im Gemeinderat den Vorschlag gemacht, den Kreis derer zu erweitern, die über die Zukunft des in wenigen Jahren komplett aufgelassenen Militärgeländes beraten. Denn die 250 Hektar große Fläche sei von viel zu großer regionaler Bedeutung.

Diesem Vorschlag konnten sich offenbar alle Vertreter der vier Kommunen anschließen. Ansonsten will man offenbar den Unmut der letzten Wochen vergessen. Denn wesentlich mehr ist über das Treffen am Montag nicht zu erfahren. Weder Seidl noch sein Emmeringer Kollege Michael Schanderl - die Rathauschefs der beiden Kommunen, die sich über das Brucker Vorgehen beschwert hatten - sind telefonisch zu erreichen.

Maisachs Amtsleiter Peter Eberlein, seit Jahrzehnten mit den Problemen rund um den Fliegerhorst betraut, erklärt: "Es war schon positive Stimmung", mehr gebe es zurzeit nicht zu sagen. "Vergangenheit ist Vergangenheit und Zukunft ist Zukunft", nun wolle man nach vorne blicken und versuchen, gemeinsam einen städtebaulichen Wettbewerb zu organisieren.

"Die Stimmung war gut. Sie war auch vorher nicht schlecht", beteuert Brucks amtierender Bürgermeister Erich Raff (CSU). Das gemeinsame Gespräch mit der Zielsetzung für den nächsten Schritt sei "ein wichtiges Signal" gewesen. Das nächste Treffen, dann im erweiterten Kreise, werde voraussichtlich in der zweiten Junihälfte stattfinden. "Und mehr gibt es im Moment auch nicht zu sagen", meint Raff.

Leise Kritik an der Erweiterung des Kreises ließ der Olchinger Bauamtsleiter Brunnhuber anklingen. Je mehr Beteiligte mit diskutieren, desto länger werde es dauern, warnte er. "Gefühlt sind wir jetzt auf dem Stand von 2012." Schon damals waren die vier Kommunen in ihren Gesprächen so weit, dass sie einen gemeinsamen städteplanerischen Wettbewerb auf den Weg bringen wollten. Allerdings: Vor einem Jahr hatte der Konversionsausschuss der Stadt Fürstenfeldbruck seine Arbeit aufgenommen.