Umstrittener Diözesansekretär KAB trennt sich von Rainer Forster

Anlass ist sein jüngster Auftritt im Freisinger Löwenwirt

Von Peter Becker, Freising

Die Katholische Arbeitnehmerbewegung München-Freising und Diözesansekretär Rainer Forster gehen künftig getrennte Wege. Das teilte Geschäftsführerin Susanne Schönwälder am Montag mit. "Wir hoffen, dass wir uns mit Herrn Forster gütlich einigen können", ergänzte sie. Die Führungsspitze der KAB München-Freising hatte sich am vergangenen Freitag noch einmal mit Forster auseinandergesetzt. Zur Sprache kam dabei auch sein jüngster Auftritt im Freisinger Löwenwirt. Die KAB-Spitze kam dabei zu dem Schluss, dass Forster gegen Vereinbarungen, die mit ihm im Dezember 2016 geschlossen worden waren, verstoßen habe.

Mit dem Beschluss, künftig getrennte Wege zu gehen, endet ein Konflikt zwischen Forster und der KAB, der im Herbst des vergangenen Jahres an Schärfe zugenommen hatte. Im November hatte sich der SPD-Kreisverband beim Landesvorstand der KAB über den Diözesansekretär beschwert. Die Sozialdemokraten hatten Forster vorgeworfen, im Namen der KAB Veranstaltungen zu organisieren, in denen umstrittene Redner zu Wort kamen oder kommen sollten. Sie bezichtigten ihn, dass er die angesehene Institution der KAB benutze, um Gedankengut hoffähig zu machen, das humanistischen und christlichen Grundüberzeugungen widerspreche.

Die KAB-Geschäftsleitung München-Freising nahm die Vorwürfe ernst und bestellte Forster zum Rapport nach München. Der Diözesansekretär stellte böse Absichten stets in Abrede. Mitte Dezember verpflichtete die KAB Forster dazu, künftig sämtliche Veranstaltungen, die er planen sollte, mit seinen Vorgesetzten abzusprechen. Vor Kurzem hatte sich Forster die Aufführung des Films "Zensur" in einem Freisinger Lokal genehmigen lassen. Wohlgemerkt als Privatperson, aber nicht im Auftrag der KAB.

In dem Vortrag wurden Freisinger Journalisten verbal attackiert, die angeblich eine Hetzjagd auf Forster veranstaltet hätten. Offenbar ist der Diözesansekretär bei dieser Veranstaltung nicht nur als Privatperson, sondern auch als Repräsentant der KAB aufgetreten. Für die KAB-Geschäftsleitung stellte dies einen Verstoß gegen die im Dezember getroffene Vereinbarung dar. So blieb am Ende wohl nur der Ausweg, getrennte Wege zu gehen.

Manche KAB-Mitglieder betrachten die Kontroverse allerdings aus einem anderen Blickwinkel. Ein Mitglied der Arbeitnehmerbewegung findet, dass Rainer Forster ungerecht behandelt wird. Die Leserbriefschreiberin hat ihn als engagierten, zutiefst den christlichen Werten verbundenen Kämpfer für die Sache der KAB erlebt. Er wolle zur kritischen Auseinandersetzung und Diskussion anregen, so wie es in deren Satzung stehe. Er greife heiße Themen der Zeit auf und akquiriere neue, junge Mitglieder "für unsere Sache". Andernfalls, schreibt das KAB-Mitglied, werde die KAB weiter schrumpfen und an Bedeutung verlieren.