Kino auf dem Schlütergelände Saller will Superlative setzen

Investor plant vier bis sechs Filmsäle, ein Restaurant, eine Bar und bis zu 220 Quadratmeter große Leinwände

Von Birgit Goormann-Prugger

- Der Weimarer Investor Josef Saller möchte die Freisinger auf dem Schlütergelände mit einem echten Erlebnis-Kino beglücken. Dazu gehören vier bis sechs Kinosäle mit bis zu 220 Quadratmeter großen Leinwänden, ein Restaurant, eine Bar sowie Platz für Konzerte und Ausstellungen. Sollte bei der Aufstellung des Bebauungsplans "Isarauenpark Freising Süd" für dieses Areal, über den der Planungsausschuss am heutigen Mittwoch entscheidet, alles glatt gehen, könnten schon im Herbst 2013 die Fundamente für das neue Fachmarktzentrum mit dem Kino gesetzt werden. Den Winter über soll dann durchgearbeitet werden "und 2014 könnten wir dann ein großes Fest feiern", so Saller.

Der Bauunternehmer bestätigte, dass er bereits mit drei potenziellen Betreibern für das neue Kino in Verhandlungen stehe, "einer aus dem südlichen Ausland, einer aus der Gegend und einer aus dem fränkischen Raum". Entschieden sei hier aber noch nichts. Gesprochen hat Saller auch mit der Familie Fläxl, die in Freising das Camera und in Neufahrn das Cineplex betreibt. "Aber wir sind in die Sache nicht involviert", so Veronika Fläxl. Saller setzt mit seinen Event-Kino nicht nur auf die Jugend. "Das ist schon lange vorbei, denn der demografische Wandel in unserer Gesellschaft findet statt. Das Kino muss darum auch das Klientel über 50 mit einem passenden Angebot für sich gewinnen". Dabei sei schon längst nicht mehr der Film allein ausschlaggebend. "Was heute im Kino läuft, kann man doch schon drei Monate später aus dem Internet runterladen, dann kommt er auf DVD raus, später läuft er im Fernsehen und diese Abstände werden immer kürzer", so Saller. Also müsse das Gesamtpaket stimmen. Der Kunde von heute wolle den Kinobesuch mit einem Essen oder einem Bar-Besuch verbinden. Saller möchte darum das Foyer des neuen Schlüter-Kinos zum "öffentlichen Raum machen für Ausstellungen, Cocktailabende oder kleine Konzerte". Die übergroßen Leinwände sollen den Kino-Besuch deutlich vom Abend vor dem heimischen Flachbildschirm unterscheiden. "Die sind ja heute auch schon fast zwei Quadratmeter groß". Aber bei einer 220 Quadratmeter großen Leinwand sei der Kinobesucher mit seinem gesamten Gesichtsfeld "voll drin" im Film. Damit könnte Freising auch mit der größten Kinoleinwand in Südbayern aufwarten. An zweiter Stelle folgt das Mathäser mit einer 180 Quadratmeter großen Leinwand. "Man muss heute Superlative setzen, um ein außergewöhnliches Kino zu haben", sagt Saller.

Die Zusammenarbeit mit den Stadträten und der Verwaltung in den vergangenen Monaten bezeichnete der Bauunternehmer als durchaus positiv. "Es passt alles, es gibt keine Probleme, auch wenn man als Investor natürlich immer ein bisschen ungeduldig ist." Was sich Saller noch wünscht, wäre der Anschluss des Schlütergeländes an das städtische Bussystem. Im Moment hält dort der Bus der Flughafenlinie 635, aber abends nur noch alle 40 Minuten. Außerdem könnten Kinobesucher nur am Bahnhof zusteigen, sie müssten also umsteigen. Kundenfreundlicher wäre eine Verbindung mit dem städtischen Bussystem in die Innenstadt. "Wir kämpfen dafür", sagte Saller. Stadtwerkechef Andreas Voigt kann dessen Wunsch auch nachvollziehen, sieht aber im Moment keine Lösung. Wer aus Lerchenfeld oder Tuching zum Hochschulgelände mit dem Bus fahren wolle, müsse auch am Bahnhof umsteigen. Auch von einer Doppelbelegung einer Haltestelle mit dem Flughafenbus und einer Stadtbuslinie hält Voigt wenig. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirtschaftlich sein kann", sagte er. Natürlich werde man sich aber noch einmal zusammensetzen und den Bedarf prüfen, wenn das Kino am Schlüter dann eröffnet sei.

Ein Luxus-Kino soll auf dem Freisinger Schlütergelände entstehen.

(Foto: Marco Einfeldt)