Junge Talente Alle ziemlich außergewöhnlich

Robert Scholz ( 2. Landrat), Elena Söldner, K.Rina alias Carina Holzner, Wolfgang Kopf (Organisator), Jannis Roos und Anna-Sophie Buchmeier; Paulina Gastl und Sabrin Salifu führten durch die Veranstaltung (von links)

(Foto: Marco Einfeldt)

Bei der Verleihung des Jugendkulturpreises beweisen die Gewinner, dass sie die Auszeichnung auch wirklich verdient haben.

Von Lea Förster, Freising

"Kreativität, Talent und Ehrgeiz sind bei den Jugendlichen im Landkreis Freising zur Genüge zu finden", sagte der stellvertretende Landrat Robert Scholz und leitete so in den Abend ein. Das haben die vier Gewinner bei der Verleihung des Jugendkulturpreises beim Uferlos am Dienstag mit ihren Auftritten unter Beweis gestellt. Der Jugendkreistag rief diesen Preis 2010 ins Leben, um junge Menschen im künstlerischen Bereich zu fördern und ihre Leistung zu würdigen.

Die Auszeichnung der Gewinner im Kaffeehauszelt begann beim vierten Platz, den Elena Söldner aus Freising belegt. Die 15-Jährige ist nicht nur die Jüngste der Vier, sondern sie stach auch mit ihrem Beitrag aus der Gruppe heraus. Während die anderen den Schwerpunkt auf die Musik legten, präsentierte Elena Söldner ihren Kurzfilm "Im Wald kann ich tanzen". Mit Beginn des Filmes wurde es im Kaffeehauszelt beim Uferlos-Festival plötzlich still. Auf der Leinwand waren imposante Natureindrücke zu sehe. Ameisen, Bienen, blühende Kirschbäume: Söldner hat es geschafft, die Schönheit der Natur einzufangen. Akustisch begleitet wird der Film von Stimmen von Kindern, die die Schülerin zum Thema Natur befragte. Der Tenor wird bald kritisch und die Kinder reden über Umweltverschmutzung, Kriege und ihr Unverständnis darüber. "Dass alles irgendwie zusammenpasst. Wie bei einem Puzzle, da muss man halt immer ein bisschen suchen, aber es passt alles zusammen": Mit diesem Wunsch eines Kindes endet der Film. Robert Scholz merkte später an, dass manche Politiker von Elena Söldner lernen könnten.

Als Nächste betrat Carina Holzner aus Moosburg die Bühne, die den dritten Platz belegte. Unter dem Künstlernamen K. Rina covert die 17-Jährige Songs und komponiert ihre eigenen Stücke. Ihre ganze Bandbreite stellte sie auf der Bühne unter Beweis. Mit ihrer "außergewöhnlichen Stimme" covert K. Rina Songs der Popgrößen Rihanna und Leona Lewis. Ihre aktuelle Eigenkomposition "Mit Stolz nach vorn", bei der sie sich selbst am Klavier begleitet, zeigt eine andere Seite. Mit viel Emotion singt sie über die Steine, die einem in den Weg gelegt werden, die Unsicherheiten und die Angst vor der Zukunft. Und bedankt sich bei der Musik, die für sie den kräftigenden Wegbegleiter darstellt. Auch rappen kann sie, was sie mit ihrem Song "Gefühle" zeigte.

Den zweiten Platz sprach die Jury einer weiteren jungen Musikerin zu. Von der Komposition der Stücke und dem Verfassen der Texte bis hin zur Begleitung am Klavier: Anna-Sophia Buchmeier aus Freising macht alles selbst. Das "Freisinger Talent mit Zukunft" hätte genug Lieder für ein eigenes Album. An diesem Abend stellte sie vier davon vor. Die 16-Jährige weiß, wie sie mit ihrer Stimme und dem Klavier umgehen muss. Das Spiel mit laut und leise oder langsam und schnell beherrscht sie, was ihre Lieder spannend und lebendig wirken lässt. Ob fröhlich oder traurig - ihre Songtexte sind durchdacht und fesseln das Publikum.

Abschließend wurde der Hauptgewinner gekürt. Jannis Roos aus Freising ist wirklich ein Ausnahmetalent. Mit vier Jahren wünschte er sich nichts sehnlicher von seinen Eltern als das Spielen der Violine erlernen zu dürfen. Und diese langjährige Erfahrung merkt man dem heute 16-Jährigen an. Als wäre er nie für etwas anderes bestimmt gewesen, bewegte Jannis Roos flink und leicht seine Finger und erfüllte den Raum mit den Klängen seiner Violine. Erst präsentierte er sein Können zusammen mit dem Erdinger Kammerorchesters "Violinissimo", in dem er ein wichtiges Mitglied darstellt. Er stand in der Mitte und es wirkte fast so, als wäre er Dirigent und Violinist zur selben Zeit. Roos wirkte sehr konzentriert und hatte seine Augen während seines Auftrittes geschlossen. Auch für das zweite Stück von M. Bruch brauchte er keine Noten. Nur von einem Klavier begleitet, zeigte Jannis Roos sein ganzes Können. "Das ist schon außergewöhnlich", flüsterte da eine Stimme aus dem Publikum.