Im Asamsaal an der TU Erinnerung an Apfelpfarrer

Ausstellung zeigt Bilder von Korbinian Aigner

Der Todestag des "Apfelpfarrers" Korbinian Aigner aus Hohenbercha jährt sich am 5. Oktober zum 50. Mal. Korbinian Aigner verbrachte wegen seiner NS-kritischen Äußerungen mehrere Jahre im KZ Dachau und züchtete dort Apfelbäume. Zu seinen Ehren wird am 25. September bei der Eröffnung einer Ausstellung seiner Apfelbilder durch Weihbischof Bernhard Haßlberger und den Präsidenten der TU, Wolfgang Herrmann, ein Korbiniansapfelbaum gepflanzt. Die Ausstellung wird am Sonntag, 25. September, in Weihenstephan, im Asamsaal der alten Akademie, eröffnet. Sie ist bis 16. Oktober zu sehen. Gleichzeitig erscheint das Buch "Korbinian Aigner. Ein Oberbayer zwischen Pfarrhaus, Obstgarten und KZ" von Peter J. Brenner, Direktor des TU-Archivs.

Am 5. Oktober um 19 Uhr findet zudem ein Vortrag im NS-Dokumentationszentrum in München statt: Dirk Riedel von der KZ-Gedenkstätte Dachau spricht zum Thema: "Der 'Apfelpfarrer' Korbinian Aigner und die Geschichte des 'Kräutergartens' im KZ Dachau". Nach Kriegsende kehrte Aigner als Pfarrer in seine Gemeinde Hohenbercha zurück. Dort widmete er sich wieder seiner großen Leidenschaft, den Äpfeln. Er beschaffte sich Früchte von allen ihm zugänglichen Apfelsorten und malte jeweils zwei Äpfel von jeder Sorte in Postkartengröße nebeneinander. Es entstand so eine umfangreiche Dokumentation, die bei der "Documenta" ausgestellt war. Die Bilder gehören zum Bestand des Archivs der Technischen Universität München.

1945 wurde Aigner zum Vorsitzenden des Bayerischen Landesverbandes für Obst- und Gartenbau gewählt und blieb es fünf Jahre lang. Er starb am 5. Oktober 1966 im Alter von 81 Jahren im Freisinger Krankenhaus. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Hohenbercha.