Schüler setzen sich mit Petition durch "Uns hat überrascht, dass das so einfach ging"

Felix Miller freut sich über die Terminänderung.

(Foto: Marco Einfeldt)

Oberstufensprecher Felix Miller freut sich über den Erfolg des Protestes gegen eine verspätete Notenbekanntgabe.

Von Gudrun Regelein, Freising

Die bayerischen Abiturienten haben sich durchgesetzt: Der Termin zur Bekanntgabe ihrer Abiturnoten wird verschoben. Ursprünglich sollten die Gymnasiasten die Ergebnisse erst nach den Pfingstferien erfahren - für die Nachprüfungen wären ihnen dann nur noch zwei Tage zum Lernen geblieben. Nun hat das Kultusministerium entschieden, dass die Noten doch schon früher verkündet werden. Die Freisinger SZ sprach mit Felix Miller, Oberstufensprecher der Q 12 am Camerloher-Gymnasium, über den erfolgreichen Schülerprotest.

SZ: Mal ehrlich: Haben Sie damit gerechnet, dass das Kultusministerium tatsächlich nachgibt?

Felix Miller: Ehrlich gesagt nein. Es hieß nämlich vom Kultusministerium von Anfang an, der Termin sei so festgesetzt und man könne nichts daran ändern.

Was sagen Ihre Mitschüler? Sind die nun erleichtert?

Uns hat überrascht, dass das so einfach ging. Aber wir freuen uns riesig, für uns alle ist das super. Jetzt erfährt man vor den Ferien, ob man bestanden hat - und muss nicht noch zwei Wochen länger warten.

Und wie ist das mit der Online-Petition konkret gelaufen? Erzählen Sie doch mal.

Initiator der Petition war ein bayerischer Gymnasiast. Das Ganze startete schon im Februar und hat sich natürlich ziemlich schnell an den Gymnasien herumgesprochen. In Bayern gab es fast 24 000 Unterstützer - genau waren es 23 984. Ja, und vor einer guten Woche haben wir dann erfahren, dass das Kultusministerium tatsächlich eingelenkt und den Termin verschoben hat.

Diejenigen, die in die Nachprüfung müssen, haben nun zwei Wochen mehr Zeit zum Lernen - ansonsten wären ihnen nur zwei Tage geblieben. Das war der eigentliche Grund für diesen Protest, oder?

Ja. Normalerweise ist die Bekanntgabe an einem Freitag und soweit möglich in der zweiten Kolloquiumwoche. In diesem Jahr liegt zeitlich alles relativ spät. Normalerweise sind auch die Pfingstferien schon früher. Frühere Jahrgänge hatten oft mehr Zeit fürs Lernen für die Nachprüfung, wir hätten nur zwei Tage gehabt - das wäre schon unfair gewesen.

Aber schafft man es nach monatelangem Lernen und den ganzen Prüfungen dann wirklich noch einmal, sich zwei Wochen lang intensiv vorzubereiten? Ist da nicht die Luft raus?

Ich denke schon, dass man die Zeit nutzt. Schließlich weiß man, dass es darum geht, das Abi zu bestehen - oder eben freiwillig seinen Notenschnitt zu verbessern. Normalerweise muss man sich ja auf nur noch ein Fach vorbereiten und macht das dann sicher auch.

Die Verschiebung des Termins hat noch den Nebeneffekt, dass Gymnasiasten, bei denen es knapp war, in den zwei Wochen Pfingstferien nicht mehr bangen müssen, sondern entspannen können.

.. Genau: Zu wissen, dass man bestanden hat oder eben auch nicht, ist schon gut. Und diejenigen, die es geschafft haben, werden ihre Ferien jetzt sicher genießen.

Jetzt aber protestieren die Lehrer: Die müssen nun die Arbeiten schneller korrigieren und beklagen, dass ihnen die Zeit dafür nicht ausreicht. Haben Sie da auch Verständnis?

Na ja, teilweise. Bei manchen Fächern, wie beispielsweise Deutsch, verstehe ich das schon. Da ist die Korrektur ziemlich aufwendig und macht sehr viel Arbeit. In anderen Fächern, wie beispielsweise Mathe, gibt es jedoch Musterlösungen - da dürfte die Korrektur nicht so viel Zeit kosten. Für die zuständigen Lehrer hat ja das Abi Priorität. Also sollte das eigentlich schon zu schaffen sein.