Eine PR-Agentur soll für die FMG den Widerstand gegen die dritte Startbahn begrenzen
Von Gerüchten, die Flughafen GmbH habe die PR-Agentur Heller & Partner damit beauftragt, in München Stimmung für den Bau der dritten Startbahn zu machen, um das Bürgerbegehren scheitern zu lassen, war am Montagabend bei einer Versammlung von "Aufgemuckt" die Rede. Der Landtagsabgeordnete Christian Magerl (Grüne) bestätigte dies. "Das sind gut bezahlte Profis", sagte er, "da müssen wir uns warm anziehen". Bereits bei der Demo in München hätten sich diese Leute, "die wir nicht kennen", unter die Teilnehmer gemischt, um die Lage zu sondieren. Kreisgeschäftsführer Manfred Drobny vom Bund Naturschutz äußerte die Vermutung, dass die in jüngster Zeit verstärkt auftauchenden Leserbriefe pro Startbahn damit zusammenhängen könnten.
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FMG-Sprecher Ingo Anspach bestätigte anderntags zwar die bereits seit längerem bestehende Zusammenarbeit der Flughafen GmbH mit dieser "Beratungsagentur für politische Kommunikation". Details der Zusammenarbeit wollte er jedoch nicht erzählen. "Das sind Beratungstätigkeiten", sagte er.
Mehr erfährt man auf der Homepage der Agentur von Flughafenchef Michael Kerkloh. "Die stetig steigende Nachfrage nach Flugverbindungen für Passagiere und Fracht am Münchner Flughafen macht einen Ausbau dringend notwendig", heißt es da. Ein Ausbauvorhaben dieser Größenordnung treffe auf hohen Informationsbedarf bei Anwohnern, Politikern, Presse, FMG-Mitarbeitern, Passagieren und allen Interessenten.
Heller & Partner, heißt es weiter, berate und unterstütze die FMG beim Dialog mit allen relevanten Zielgruppen - durch die Erarbeitung von Basisinformationen, durch Veranstaltungen, das Dialogbüro "3. Bahn" am Flughafen und durch eigene Medien zur 3. Bahn. "Durch kontinuierliche, gezielte Ansprache der Öffentlichkeit erreichen wir eine Kultur des Miteinander zwischen der FMG und den Bürgern und tragen dazu bei, den Widerstand gegen den Ausbau zu begrenzen."
Über sich selbst sagt die Agentur: "Welche Öffentlichkeit Sie auch immer erreichen wollen: Wir führen Ihre Kommunikation, informieren, überzeugen und gewinnen Vertrauen". Dafür würden PR-Konzepte und PR-Maßnahmen erarbeitet, wird versprochen, "wir halten den Draht zu den Medien, schaffen Themen und Ereignisse. Wir übermitteln Ihre Botschaften. Damit Ihre Zielgruppe positiv über Sie spricht, damit Handlungsketten entstehen." (Seite 4)
(SZ vom 23.11.2011)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Ihre Argumentation im ersten Absatz ist nicht schlüssig. Ich stimme Ihnen zu, dass es nicht das Ziel der Prognose ist, die Verkehrsentwicklung möglichst genau vorherzusagen sondern den Ausbaubedarf zu bestätigen. Genau aus dem Grund ist es doch völlig in Ordnung, einen Sicherheitspuffer einzubauen. Sollte der Verkehr noch stärker wachsen als prognostiziert, bestätigt das doch auch den Ausbaubedarf.
Einen Seitenhieb kann ich mir jetzt nicht verkneifen: betrachtet man die LVP 2007, dann sollten es 2011 knapp 37 Mio. Passagiere am Flughafen sein. Gar nicht so schlecht, oder?
Was soll jetzt hier der Kaufkraftvergleich mit München, Starnberg, Ebersberg, etc. beweisen? Wollen Sie jetzt eine Neiddebatte lostreten? Klar, es gibt noch einige Kreise, denen es noch besser geht als Freising und Erding aber nicht viele. Ich wiederhole: im Vergleich mit allen 413 Kreisen in Deutschland liegt die Kaufkraft in Freising auf Rang 14 und in Erding auf Rang 23. Es gibt sehr viele Kreise mit niedrigerer Kaufkraft und sehr, sehr wenige mit noch höherer Kaufkraft. Mit dieser Kaufkraft kann man sehr gut leben. Ein Wort haben Sie übrigens in meinem Beitrag überlesen: die Kaufkraft in FS und ED ist _überdurchschnittlich_ gestiegen. Hat also wohl doch mit dem Flughafen zu tun...
OK, schöngerechnet nehme ich zurück. Können wir uns auf hingewurschtelt einigen?
Sie sagen selbst dass im Modell „Sicherheitspuffer“ enthalten sind. Das bedeutet (wie ich schon am 25.11. geschrieben habe) dass man sich (fast) jeden Ölpreis schönrechnen, Verzeihung, hinwurschteln kann. Ändert sich ein Parameter ändere ich einfach einen anderen. Und damit ist das ganze beliebig. Das Modell soll nach meinem Eindruck ja auch nicht dazu dienen eine möglichst gute Prognose abzugeben sondern die Wachstumswünsche der FMG zu bestätigen. Das ist ein großer Unterschied.
Natürlich können die Flughafenbeschäftigten von ihrem Gehalt leben, die Frage ist halt wie. Ich habe ja auch geschrieben „kaum leben“ und das Ganze auf die Zukunft bezogen. Wollen Sie bestreiten dass es massive Einschnitte bei den Bodenverkehrsdiensten gab? Oder denken Sie soetwas hat keinen Einfluss auf die Kaufkraft und den Wohlstand der dort Beschäftigten??
Freising ist in der GfK Statistik auf Platz 14, aber wer ist davor? München Stadt, München Land, Starnberg, Ebersberg, Dachau, Fürstenfeldbruck … Freising profitiert von der Nähe zu München, wie alle anderen angrenzenden Landkreise. Das ist nicht allein dem Flughafen zuzuschreiben. Klar braucht München einen Flughafen, aber keine dritte Bahn!
Ich teile Ihre Ansicht nicht, dass die Prognose „schöngerechnet“ wurde. Es stimmt, der Parameter „Ölpreis“ ist stärker angestiegen, als in der LVP angenommen. Vor einigen Tagen hatten Sie hier aus dem Quartalsbericht der Lufthansa für 2011 einen Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten von 20,5% zitiert. Lt. Rechenmodell in der LVP sollte dieser Anteil 2011 bei 19,5% liegen. Das ist jetzt nicht gerade ein materieller Unterschied. Zudem ist der Ölpreis nur ein Parameter von vielen. Es gibt mehrere eher konservative Annahmen, z.B. die Gewinnmarge und die Effizienzgewinne. Aufgrund einer erwarteten Konsolidierung in der Industrie rechnet die LVP mit einer Gewinnmarge von 5% für 2020. Das wird der Markt meiner Meinung nach nicht zulassen. Das ist wohl eher ein Sicherheitspuffer für das Modell. Auch die Effizienzannahmen sind m.E. unterschätzt. Die Erneuerung der Flugzeugflotten und der Trend zu größeren Maschinen wirken sich positiver auf den Treibstoffverbrauch und die Flughafenentgelte und auch auf die Personalkosten aus als in der LVP angenommen.
Die Aussage in Ihrem 2. Absatz ist richtig. Jede Prognose trifft eine Aussage für die Zukunft und man kann erst am Ende des Zeitraums feststellen, ob sie richtig war oder nicht. Ich hatte aber auch nicht geschrieben, dass der bisherige Verlauf die Prognose bestätigt. Meine Aussage war „Desweiteren kann man sagen, dass es aus der Erfahrung der letzten 2 Jahre keinen Anlass gibt, das Prognosemodell anzuzweifeln.“ Betrachtet man das Wachstum des Flughafens in den letzten 2 Jahren, dann hat man derzeit einfach ziemlich schlechte Karten für Kritik an der Prognose.
Zu Ihrem letzten Absatz. Die Geschichte, dass die Beschäftigten nicht von ihrem Gehalt leben können, stimmt einfach nicht. (Fehlt nur noch die Aussage, dass sie staatliche Unterstützung beantragen müssen, und wir sind wieder bei dem Märchen von den Aufstockern). Die Realität sieht anders aus: die GfK misst jedes Jahr die Kaufkraftentwicklung. Dieser Indikator gibt an, wie viel den Menschen von ihrem Einkommen bleibt, nachdem alle regelmäßigen Zahlungen (Miete, Versicherungen, Kreditraten, etc.) bedient wurden. Seit der Eröffnung des Flughafens ist die Kaufkraft in den Landkreisen Freising und Erding überdurchschnittlich gewachsen. Im Vergleich aller Landkreise und kreisfreien Städte liegt Freising derzeit auf Rang 14 und Erding auf Rang 23 von 413 betrachteten Kreise. Der Flughafen hat Wohlstand in die Region gebrac
Meine Argumentation ist schon richtig. Bei Erstellung der LVP 2010 hat man die Quellen so ausgewählt dass das gewünschte Ergebnis heraukommt. Zu diesem Zeitpunkt hätte man auch einen höheren Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten rechtfertigen können, vielleicht sogar ansetzen müssen. Das dieser Anteil vom Ölpreis abhängt ist nur logisch, es kommt aber eben sehr auf den Startwert an mit dem ich in die Berechnung gehe. Mein Ziel war zu zeigen wie "schönrechnen" funktioniert und das ist hoffentlich klar geworden.
Da wir im Laufe des Planfeststellungsverfahrens gelernt haben dass eine Prognose nicht dadurch in Frage gestellt wird dass sich die Dinge anders entwickeln, bedeutet das im Umkehrschluss zwingend dass, wenn sich die Dinge wie prognostiziert entwickeln, dies die Prognose auch nicht bestätigt.
Der Kern Ihrer Aussage war ja "der Einfluss des Ölpreises auf die Nachfrage wird generell überschätzt". Kann ich nicht sagen, zumindest besteht hier kein einfacher linearer Zusammenhang. Unstrittig ist dass der Ölpries großen Einfluss auf das Ergebnis der Fluggesellschaften hat (siehe z.B. Geschäftsbericht 2010, Seite 56 ""Aufgrund der hohen Bedeutung der Treibstoffkosten für die Profitabilität des Konzerns …“). Warum ist dass so? Preissteigerungen beim Kerosin können nicht unbeschränkt an die Kunden weitergegeben werden (nur zum Teil), sonst wäre der Einfluss auf die Nachfrage deutlicher. Die Airlines versuchen dann eben anderweitig Kosten zu sparen, beispielsweise bei den Bodenverkehrdiensten in München. Das Ergebnis war eine massive Verschlechterung der Konditionen für die Arbeitnehmer.
Also auf das "Gesamtpaket Flughafenausbau" und dem zu erwartenden Nutzen für Bayern hat der Ölpreis sehr wohl einen deutlichen Einfluss, auch wenn dies in den Modellen so nicht berücksichtigt ist. Was nützen z.B. viele Arbeitsplätze wenn man vom Gehalt kaum leben kann? Bei einem Ausbau der Kapazität wird der Druck auf die Beschäftigten doch noch höher. Die Lufthansa kann verschiedene Flughäfen noch besser gegeneinander ausspielen und die Preise drücken, zum Vorteil der Aktionäre, zum Leidwesen der Arbeitnehmer.
Was genau wollen Sie mit dem Beispiel American Airlines beweisen? Auf den Flughafen München hat es erst mal gar keine Auswirkungen, weil AA den Flughafen gar nicht ansteuert. Die Tatsache, dass AA Gläubigerschutz beantragt hat, heißt auch noch überhaupt nicht, dass die Gesellschaft verschwinden wird. AA hat diesen Sommer 460 neue Flugzeuge bestellt und will diese Verträge auch erfüllen. Klar, dass AA mehr unter dem hohen Kerosinpreis leidet, als andere Fluggesellschaften: AA hat einen Bestand von releativ alten Maschinen, die einen entsprechend hohen Kerosinverbrauch haben. Insofern sind die Turbulenzen dieser Gesellschaft nachvollziehbar.
Für die zukünftige Entwicklung des Luftverkehrs insgesamt ist die Insolvenz von AA ohne Bedeutung. Auch die low-cost Carrier haben eine schwere Zeit vor sich und es wird zu einer Konsolidierung bei den Fluggesellschaften kommen verbunden mit höheren Ticketpreisen. Wenn Sie die Luftverkehrsprognose 2010 gelesen haben, dann werden Sie feststellen, dass genau diese Annahme (Konsolidierung in Verbindung mit höheren Ticketpreisen) in das Modell eingeflossen ist. Die derzeitige Entwicklung ist also in der Prognose berücksichtigt. Was genau ist also Ihr Punkt?
Zu Ihrem 2. Absatz: Sie verwechseln hier etwas. Das Prognosemodell wurde entwickelt, um den Verkehr am Flughafen vorherzusagen (Passagiere, Flugbewegungen und Luftfracht). Die Entwicklung des Kerosinpreises und darau aufbauend der Anteil des Kerosinpreises an den Gesamtkosten sind 2 Eingangsparameter in die Prognose (neben vielen anderen). Es gibt überhaupt keinen Grund, die Prognose zu überarbeiten, nur weil sich 2 Parameter ändern. Die aktuelle Verkehrsentwicklung 2011 läuft doch besser, als nach der Prognose zu erwarten war. Der einzig zulässige Schluss aus dieser Entwicklung ist genau der, den ich gemacht hatte: der Einfluss des Ölpreises auf die Nachfrage ist wohl überschätzt.
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