Delegiertenversammlung Irlstorfer soll in den Bundestag

Die CSU im Kreis Freising setzt auf den 42-jährigen Stadtrat, in Pfaffenhofen wartet aber noch ein Gegenkandidat

Von Kerstin Vogel

- Der Freisinger Stadt- und Kreisrat Erich Irlstorfer ist seinem Ziel, Nachfolger von Franz Obermeier im Bundestag zu werden, einen Schritt näher gekommen. Mit 139:3 Stimmen (plus sechs ungültige) schickte die Kreisdelegiertenversammlung der CSU den 42-Jährigen am Freitagabend im Rennen um die Direktkandidatur im Wahlkreis 215 (Freising und Pfaffenhofen) in die nächste Runde. Die wird am 10. Dezember in Schweitenkirchen ausgetragen, wo sich Irlstorfer noch gegen den Pfaffenhofener Rechtsanwalt Martin Rohrmann wird durchsetzen müssen.

Erich Irlstorfer

(Foto: Marco Einfeldt)

Seine Chancen stehen dabei gut: Von den insgesamt 160 Delegierten des Wahlkreises stellen die Freisinger mit 84 die Mehrheit. Stimmen sie geschlossen für Irlstorfer, ist der Freisinger Bewerber nicht auf die Stimmen aus Pfaffenhofen (71), Petershausen (drei) und Aresing (zwei) angewiesen.

Eindringlich appellierte der Kreisvorsitzende und CSU-Landtagsabgeordnete Florian Herrmann am Freitag daher an die Geschlossenheit und Solidarität der Delegierten. Der Landkreis Freising habe eine ganze Reihe an schwierigen Themen zu bewältigen, sagte Herrmann und listete neben der nach wie vor geplanten Erweiterung des Münchner Flughafens um eine dritte Start- und Landebahn auch die dringend notwendigen Maßnahmen im Straßenbau und zur Schienenanbindung auf.

Angesichts dessen sei es wichtig, einen Abgeordneten im Bundestag zu haben, der "den Fokus auf der tatsächlichen Betroffenheit hat, weil er aus unserem Bereich stammt", so der Kreisvorsitzende. "Es geht um eine Stimme für den Landkreis." Erich Irlstorfer sei da der richtige Kandidat, den er selber "aus vollster persönlicher Überzeugung" empfehle. Der Freisinger Stadt- und Kreisrat sei kein Newcomer, "wie man ihn vielfach aus dem Hut zaubert", sondern kenne sich im Landkreis Freising aus wie kein Zweiter. Man könne sich zu hundert Prozent auf Irlstorfer verlassen, warb Herrmann weiter, er setze sich für die Menschen und deren Anliegen ein, habe einen klaren Kurs, sei geprägt von christlichen Werten - und "er verkörpert auch das bayerische Leben und Leben lassen".

Irlstorfer selber stellte in seiner Rede drei große Themenbereiche in den Mittelpunkt. So will er unter der Überschrift "Mobilität" zum einen die weitere Entwicklung des Münchner Flughafens auf Bundesebene "mit aller Sachlichkeit konstruktiv, aber auch kritisch begleiten" und sich ebenso um die überfälligen Straßenbauprojekte kümmern. Beim Thema Schiene sei es wichtig, dass die Haltestellen und Bahnhöfe im Landkreis nicht an Bedeutung verlören und zu rein regionalen Haltestellen verkommen, so Irlstorfer.

Als zweiten Schwerpunkt seiner Politik nannte der Freisinger Stadtrat die wirtschaftliche Stabilität. Ein Indikator dafür sei "der äußerst diffizile Bereich der Bildung". Enorm wichtig sei ihm hier, dass der Satz, "kein Abschluss ohne Anschluss", in die Tat umgesetzt werde. Die beruflich-duale Ausbildung müsse in der gesellschaftlichen Wertschätzung auf Augenhöhe zur Universität gesehen werden. Wer die Studiengebühren abschaffen wolle - "was ich für richtig halte" -, müsse sich auch von den finanziellen Belastungen für Meisterprüfung und Technikerausbildung verabschieden.

Wirtschaftliche Stabilität habe aber auch mit Demografie zu tun, erläuterte Irlstorfer sein drittes großes Thema. Es sei Aufgabe der Bundes-, aber auch der Landespolitik, Richtlinien zu erarbeiten, die ein Grundniveau an Lebensqualität für Menschen im Alter ermöglichten. Daneben müsse sich ein Bundestagsabgeordneter nach seinem Dafürhalten um Themen wie die Energiewende, die innere und äußere Sicherheit, die Verteidigungspolitik sowie eine gute Beschäftigungspolitik kümmern - und dabei seine Wurzeln und die Verantwortung für die Menschen aus seiner Region nie vergessen. Irlstorfer versprach für den Fall seiner Wahl: "Ich werde Sie nicht enttäuschen."