Behinderungen möglich Die Fernwärme kommt

Die Gas- und Wasserleitungen in der Oberen Hauptstraße sind bereits erneuert worden, demnächst werden die Rohre für das Wärmenetz verlegt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Am Montag beginnen in der Wippenhauser Straße die Bauarbeiten für das Wärmenetz. Ab 2019 versorgt das Kraftwerk Zolling die Freisinger Innenstadt.

Von Petra Schnirch, Freising

Nun rücken auch in der Wippenhauser Straße die Bagger an: In einer Woche, am Montag, 11. Juni, beginnen dort die Bauarbeiten für das Wärmenetz, das die Innenstadt künftig mit nachhaltiger Energie versorgen soll. Zehn private Hausbesitzer hätten sich bereits für einen Anschluss entschieden, viele seien interessiert, sagte Stadtwerke-Chef Andreas Voigt am Montag bei einem Pressegespräch im Rathaus. Auch Asamgebäude, Rathaus und Marcushaus werden als Großabnehmer dabeisein, andere Bereiche der Stadt sollen später folgen.

Energielieferant wird das Kraftwerk in Zolling sein, langfristig sind auch andere Optionen denkbar, etwa der Bau eines eigenen Blockheizkraftwerks auf städtischem Grund. Bis das Netz in Oberer und Unterer Hauptstraße jeweils fertig ist, wird als Provisorium ein Gaskessel zur Energieproduktion eingesetzt, der Container wird bei der AOK platziert. Josef Geitner von der Freisinger Stadtwerke Versorgungs GmbH appellierte an die Hausbesitzer, zumindest von der günstigen Möglichkeit eines Optionsanschlusses Gebrauch zu machen. Eine spätere Anbindung an das Wärmenetz sei dann kein Problem.

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In der Altstadt wird es Behinderungen geben

Aufgrund der Bauarbeiten müssen sich die Autofahrer zwischen Karlwirt-Kreuzung und Kammergasse bis zum Ende der Sommerferien auf Behinderungen einstellen, es werden aber zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen, wie die Stadtwerke mitteilen. Die Bushaltestellen bleiben erhalten. Der städtische Parkplatz muss jedoch zunächst teilweise, später sogar ganz gesperrt werden. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle "fast immer passieren" oder werden kurzzeitig umgeleitet.

Der Zeitdruck für die Stadtwerke ist groß, der Bau des Wärmenetzes soll im Zuge der Innenstadtgestaltung über die Bühne gehen. "Wir machen nicht nur die Oberfläche schön", sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, der Stadtrat habe sich für das Wärmenetz entschieden, um die Altstadt mit regenerativer Energie versorgen zu können. Erneuert werden auch die vorhandenen Rohre und Leitungen für Wasser und Gas, sie sind sanierungsbedürftig.

Nach einem Jahr Planungszeit gehe es jetzt los, sagte Josef Geitner. Man habe entschieden, das Projekt von der Wippenhauser Straße her anzugehen. Mitte September wird auch die Obere Hauptstraße zwischen Karlwirt-Kreuzung und Bahnhofstraße fertig sein, die übrigen Sparten wie Wasser und Gas dort sind bereits verlegt, die Rohre für das Wärmenetz folgen nun. Im Herbst wird in der Unteren Hauptstraße zwischen Amtsgerichts- und Weizengasse weitergearbeitet. Ende November soll auch dieser Abschnitt fertig sein. "Das ist mächtig Holz", sagte Geitner zu dem ehrgeizigen Zeitplan.

Die ersten Anschlüsse kommen in der Wippenhauser Straße

Als Erstes werden Wippenhauser- und Obere Hauptstraße an das Wärmenetz angeschlossen, dies soll 2019 erfolgen. Nächstes Ziel ist, ein Jahr später auch das Stück zwischen Bahnhofstraße und Marienplatz ans Netz zu hängen, der Lückenschluss in der Unteren Hauptstraße zwischen Amtsgerichtsgasse und Marienplatz ist 2021 an der Reihe.

Geitner rechnet damit, dass in 25 bis 30 Jahren alle Häuser per Wärmenetz versorgt werden. Er begrüßte es, "dass man sich traut, in die Zukunft zu schauen". In einigen Fällen, räumte er ein, sei ein Anschluss allerdings nicht einfach, weil ein Teil der Häuser keinen Keller hat und die Leitungen durchs Erdgeschoss geführt werden müssen.

Auf der Internetseite https://innenstadt.freising.de informiert die Stadt über die Gesamtkonzeption, die aktuellen Baumaßnahmen und notwendige Sperrungen.