Arbeitskreis bietet Beschäftigung  "Freising is great"

Beim Nachmittagstreff im "Haus der Vereine" lernen die Flüchtlinge Deutsch und ein paar wichtige Regeln.

(Foto: Marco Einfeldt)

Beim Nachmittagstreff wird mit den Flüchtlingen gespielt, man lernt Deutsch - und ein paar wichtige Regeln

Von Katharina Aurich, Freising

Zweimal in der Woche sitzen ungefähr 50 Männer zwischen 18 und 40 Jahren an Tischen im Raum der Begegnung im Haus der Vereine zusammen. Sie spielen Karten oder Gesellschaftsspiele, unterhalten sich und sehr viele haben Vokabeln vor sich und lernen Deutsch. Der Arbeitskreis "Nachmittagstreff" kann den großen Raum kostenlos nutzen und wer von den Helfern Zeit hat, kommt dienstags oder mittwochs einfach zwei Stunden vorbei und setzt sich zu den jungen Männern an einen Tisch. Die Atmosphäre ist locker, familiär, man kennt sich und es wird viel gelacht. Ein Stimmengewirr ungewohnter Sprachen erfüllt den Raum.

Die Flüchtlinge, die jetzt im Containerdorf an der Wippenhauser Straße leben, kommen zu Fuß vorbei, der Treffpunkt heißt für sie einfach "Vimy". Das sei einfacher zu merken als "Haus der Vereine", erzählt Luise Eidel, eine der Organisatorinnen. Die Flüchtlinge sind voller Hoffnung und Zuversicht, angestrengt sprechen sie die für sie oft schwierigen deutschen Worte. Ihnen allen ist klar, dass das Erlernen der deutschen Sprache Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte ist. Ihre Heimat - Pakistan, Nigeria, Uganda, Mali, Senegal und viele andere Länder - haben sie hinter sich gelassen und sind froh, hier zu sein. "Freising is great", sagt der 28-jährige Bamaha Dou aus Mali, der seit acht Monaten in der Domstadt lebt.

Es war schwierig, die unterschiedlichen Vorstellungen von "Zeit" zu vereinbaren

In seiner Heimat hat er Schweißer gelernt, jetzt lernt er erst einmal Deutsch und hofft, arbeiten zu können. Während Bamaha erzählt, telefoniert der 20-jährige Kashi nach Hause, nach Pakistan. "Kein Stress", heißt es am Nebentisch. Dort erläutert Gerhard Schebler, Lehrer am Camerloher-Gymnasium, seinen Gesprächspartnern aus Uganda, dem Senegal und Nigeria, dass man sich in Deutschland auch tatsächlich um 13 Uhr trifft, wenn man dies verabredet hat. Am Anfang sei es schwierig gewesen, die unterschiedlichen Vorstellungen von "Zeit" zu vereinbaren, sagt Schebler, aber es funktioniere immer besser. Hauptsprache beim Nachmittagstreff ist Englisch, nur manche Flüchtlinge aus Pakistan sprechen nur Urdu. Aber meist finde sich dann ein Landsmann zum Übersetzen, der Englisch beherrsche, erzählt Luise Eidel.

Einige Gruppen besprechen gerade den "Refugee Guide", den die Unterstützerinnen im Internet fanden und vielfach für ihre Schützlinge ausdruckten. Es gebe diesen praktischen Leitfaden über Gewohnheiten und Regeln in Deutschland auf Englisch, Arabisch, Farsi, Französisch und Paschto, so dass fast jeder Flüchtling darin lesen könne, berichtet Christine Wimmer, eine der Organisatorinnen des Treffs. Sie bedauere es sehr, dass die Flüchtlinge nicht wie in anderen Landkreisen kostenlosen Zugang zum Internet über WLAN hätten. Das würde die Kommunikation erheblich vereinfachen und sie könnten sich im Netz noch besser als bei den Treffen informieren oder kostenlose Online-Sprachlernportale nutzen. Aber das Wichtigste für die jungen Männer ist zweifellos der persönliche Kontakt zu den Mitgliedern des Helferkreises und diese zwanglose Gelegenheit, aus dem Containerdorf herauszukommen.