Oberding Sprudelnde Geldquellen

Die Gemeinde Oberding rechnet in diesem Jahr mit 15,7 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen. 8,4 Millionen Euro fließen über die Kreisumlage in den Haushalt des Landkreises

Von Sarah Schiek

In der Flughafengemeinde Oberding sprudelt weiter die Geldquelle, hier der Ortsteil Schwaig

(Foto: Bauersachs Peter)

Für das Jahr 2013 darf die Gemeinde Oberding wieder mit sehr gut gefüllten Kassen rechnen. Wie bereits in den Vorjahren wird auch diesmal der Großteil der Einnahmen aus der Gewerbesteuer stammen. Kämmerer Georg Neudecker erklärte bei der ersten Vorstellung des Haushaltsplans im Gemeinderat, dass sich die Gewerbesteuereinnahmen äußerst positiv entwickelten. Aufgrund der festgesetzten Vorauszahlungen kalkuliert er mit sage und schreibe 15,7 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr hatte Neudecker diesen Posten noch mit vergleichsweise geringen neun Millionen Euro angesetzt. Doch so viel war bereits nach nur sechs Monaten auf dem Konto der Gemeinde eingegangen. "Wir hatten 2012 Sorge, dass sich die weltweite Wirtschaftskrise auch bei uns auswirken könnte und den Ansatz deshalb vorsichtshalber etwas niedriger angesetzt", erklärte der Kämmerer. Erfreulicherweise seien diese Befürchtungen jedoch nicht eingetreten. Ende 2012 verbuchte Oberding mit Einnahmen in Höhe von knapp 18 Millionen Euro einen neuen Gewerbesteuer-Rekord.

Ebenfalls positiv überrascht haben dürfte Neudecker die Entwicklung der Kreisumlage: Statt knapp 55 Prozent muss die Gemeinde heuer nur noch 51,7 Prozent an das Landratsamt abführen. "Trotzdem ergibt sich aus unserer gestiegenen Steuerkraft eine Erhöhung um rund 1,2 Millionen Euro", gab der Kämmerer zu bedenken. Die Summe von fast 8,4 Millionen Euro sei "ein erheblicher Betrag", mit dem sich die Gemeinde an den Investitionen des Landkreises beteilige.

Nach Neudeckers bisheriger Kalkulation werden sich im Oberdinger Verwaltungshaushalt heuer Einnahmen und Ausgaben von jeweils 24,46 Millionen Euro gegenüberstehen. Eine Zuführung von rund 7,4 Millionen Euro in den Vermögenshaushalt ist darin bereits einkalkuliert. Darüber hinaus ist die Gemeinde schuldenfrei. Wie der Kämmerer den Bürgervertretern aufzeigte, wird sich der Großteil der geplanten Investitionen demnach aus der freien Finanzspanne des Verwaltungshaushaltes decken lassen. "Das ist sehr gut, denn unsere Ausgaben für das Jahr 2013 sind auch nicht unerheblich", sagte Bürgermeister Helmut Lackner (CSU).

Wie im vergangenen Jahr wird auch 2013 wieder der Großteil der Investitionen in Bauvorhaben fließen. Den größten Posten, so Neudecker, mache dabei das Kinderhaus Aufkirchen aus. Rund 3,7 Millionen wurden für Baukosten und Ausstattung veranschlagt. "Wir stellen das Gebäude ja noch in diesem Jahr fertig. Wegen der später eingehenden Rechnungen haben wir für 2014 aber noch einmal 500 000 Euro eingeplant."

Mit einer ebenfalls erheblichen Summe schlägt auch das zweite Großprojekt der Gemeinde zu Buche: Bereits am 25. Februar sollen die Bauarbeiten für das Seniorenzentrum mit Betreutem Wohnen beginnen. Rund 3,5 Millionen hat Neudecker dafür in diesem Jahr eingeplant. Weitere vier Millionen sollen 2014 folgen. Dazu kommen noch Kosten in Höhe von 356 000 Euro für die Erschließung.

Auch in den Ausbau der neuen Realschule, die zu Beginn des Schuljahrs mit zwei fünften Klassen den Unterrichtsbetrieb aufgenommen hatte, wird die Gemeinde investieren. Bislang sind die Realschüler noch in den Räumen der Grund- und Mittelschule untergebracht, ein eigener Anbau ist jedoch vorgesehen. Für die Planungen, mit denen bereits in diesem Jahr begonnen werden soll, hat Neudecker rund 100 000 Euro einkalkuliert. Für den Schulneubau sind bis zum Jahr 2016 insgesamt fünf Millionen veranschlagt.

Wie Bürgermeister Lackner bemerkte, profitieren jedoch nicht nur Kinder und Senioren von diesem Kapitaleinsatz. "Unsere hohe Investitionsrate kommt ja auch unserer Wirtschaft zugute, die damit die Möglichkeit hat, entsprechende Projekte in Oberding umzusetzen."