Einstimmiges Votum Gute Perspektive für die Lindenallee

Die Lindenallee liegt zum großen Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Kirchberg. Sie gilt auch als eine Art Kirchberger Wahrzeichen.

(Foto: Renate Schmidt)

Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz des Landtags spricht sich für Nachpflanzungen aus

Von Antonia Steiger, Wartenberg

Der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz im Bayerischen Landtag stellt sich hinter diejenigen, die für den Erhalt der Lindenallee zwischen Wartenberg und Schröding kämpfen. Mit einem einstimmigen Votum hat sich der Ausschuss dazu entschlossen, die Petition, die der Bund Naturschutz gestartet hatte, zur Würdigung an die bayerische Staatsregierung zu übergeben. "Ein sehr guter Tag für den Naturschutz in Erding", urteilt die CSU-Landtagsabgeordnete und frühere Umweltministerin Ulrike Scharf über diesen Vorgang. Die Lindenallee sei ein "wichtiger Teil unserer heimischen Kulturlandschaft".

Die Lindenallee wurde zwischen 1904 und 1906 auf einer Länge von 6,1 Kilometern angelegt und 1983 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Der damalige Landrat und spätere Kultusminister Hans Zehetmair ließ seinerzeit 60 Linden nachpflanzen. 2017 hat das Straßenbauamt im Auftrag des Landkreises dann 29 alte und zwei jüngere Linden gefällt. Mittlerweile ist der Bestand von einst knapp 500 Bäumen auf 195 alte und 56 jüngere Linden geschrumpft. Die Bäume wurden gefällt, weil sie als verkehrsgefährdend eingestuft worden waren wegen Faulstellen im Stamm und Wurzelbereich und einem hohen Totholzanteil. Viele Bäume seien von dem aggressiven Brandkrustenpilz befallen, der den Stamm von innen aushöhle, hatte das Staatliche Bauamt festgestellt. Bei Sturm könnten sie auf die Straße fallen.

Nun wird seit Monaten darüber nachgedacht und gestritten, ob und in welcher Form Nachpflanzungen möglich sind. Der Landkreis verfügt entlang der Straße über einen Grünstreifen, der nur ein bis drei Meter breit ist. Junge Bäume dürfen aber nicht mehr direkt am Straßenrand gepflanzt werden, sondern aus Sicherheitsgründen mit einem Mindestabstand von 4,50 Metern. Laut Staatlichem Bauamt ist der Standort der Bäume unmittelbar am Straßenrand der Grund für die zahlreichen Erkrankungen. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hat bereits eine Anliegerversammlung einberufen. Es gehe um 118 Grundstücke und etwa sechzig Eigentümer, das hatte Bayerstorfer vor wenigen Wochen im Kreisausschuss gesagt: "Wir haben individuelle Angebote unterbreitet." Eine "spontane Verkaufsbereitschaft" habe er bei den Anliegern aber nicht feststellen können. Er wolle nun abwarten, wie sich die Situation entwickle.

Der Ausschuss für Umweltschutz spricht sich für die Nachpflanzung aus und regt die Bildung einer Arbeitsgruppe Lindenallee vor Ort an, wie Scharf mitteilt. Die Überweisung der Petition an die Staatsregierung bedeute, dass der Ausschuss damit ausdrücke, dass das Ministerium "den Fall weiter prüfen sollte und dass in ihren Augen gute Gründe für eine positive Entscheidung sprechen". Erfreut zeigt sich auch die Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Mit dem Votum ergehe "der sehr dringende Auftrag des Landtags nun endlich die Lücken in der Allee wieder zu bepflanzen", schreibt der BN. Auch Benno Zierer, Betreuungsabgeordneter der Freien Wähler für den Landkreis und Mitglied des Umweltausschusses, äußerte sich: Es freut ihn, "dass sich alle Fraktionen für den Erhalt dieses Naturdenkmals ausgesprochen haben". Zierer: "Wir erwarten, dass das staatliche Bauamt unverzüglich Nachpflanzungen vornimmt." Er plädiert dafür, ein Pflegekonzept zu erarbeiten, "das den langfristigen Erhalt der Allee und die Verkehrssicherung in Einklang bringt." Dafür sei kein sechs Meter breiter Streifen nötig. Es müsse eine platzsparendere Lösung möglich sein.