Dorfen Fahrradclub will im Isental Fuß fassen

Mit ihren Feierabendtouren, die auch einen Biergartenbesuch in schöner Umgebung einschließen, hat der ADFC in Erding großen Erfolg.

(Foto: privat)

ADFC-Kreisverband Erding plant Gründung einer Ortsgruppe für Dorfen und die Nachbargemeinden. Im östlichen Landkreis will man nicht nur Feierabendtouren anbieten, sondern auch verkehrspolitisch tätig werden

Von Thomas Daller, Dorfen

Der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) will in Dorfen eine Ortsgruppe gründen. Die Gründungsversammlung soll im April stattfinden. Bereits jetzt sind schon 30 Dorfener Mitglied im Kreisverband. Die Ortsgruppe soll unter dem Namen "Isental" firmieren, weil der Kreisverband damit auch Radler aus den Dorfener Nachbargemeinden St. Wolfgang, Lengdorf und Isen sowie bis nach Forstern ansprechen will.

Horst Weise, Vorsitzender der Kreisverbandes, hat bei der Fahrrad-Codierungsaktion anlässlich der Eröffnung des Radlhofs Dorfen Ende Februar bereits sondiert, ob diese Idee auf fruchtbaren Boden fallen würde. "Wir haben mehr als 90 Fahrräder codiert und jeder Radfahrer, mit dem ich gesprochen habe, war für die Gründung dieser Ortsgruppe. Manche haben sogar angeboten, eine Tour zu leiten."

Die Gründung kann unbürokratisch vonstatten gehen, weil keine Vereinsstrukturen erforderlich sind. Man benötigt keine Vorstandsriege, sondern nur einen Ortssprecher und dessen Stellvertreter. Einen Interessenten, der die Aufgabe des Ortssprechers übernehmen würde, hat Weise bereits gefunden. Die Ortsgruppe könne unabhängig vom Kreisverband agieren, betonte der Kreisverbandsvorsitzende: "Die kriegen vom Kreisverband ein Budget zugewiesen und damit können sie im Rahmen der Satzung schalten und walten wie sie wollen."

Die Ortsgruppe kann dann beispielsweise die Feierabend- und Wochenendtouren, die sich in Erding großer Beliebtheit erfreuen, auch in Dorfen und Umgebung anbieten. Dazu müssen aber auch ein paar Tourleiter ausgebildet werden. Diese Ausbildung umfasst beispielsweise das Verhalten bei Verkehrsunfällen, Kenntnisse der Ersten Hilfe sowie der Verkehrsregeln und welche Zeichen man verwendet, wenn man eine Gruppe leitet. "Die Kosten dieser Ausbildung bezahlt der ADFC", sagte Weise. Darüber hinaus kann die ADFC-Ortsgruppe auch verkehrspolitisch Einfluss nehmen. In Erding habe man beispielsweise eine Gefahrenstellenanalyse erstellt, die von der Kommune nun abgearbeitet werde. In Dorfen könnte man sich ebenfalls Gedanken darüber machen, wie die gefährliche B 15 oder unübersichtliche Stellen für Radfahrer entschärft werden könnten, sagte Weise. Dazu könne man sich auch kompetente Planer aus den eigenen Reihen nach Dorfen holen: "Wir sind ein Fachverband mit 140 000 Mitgliedern", sagte Weise, "nicht irgendwelche Gaudiradler."

Ferner könnte man auch die im Februar begonnene Fahrrad-Codierungsaktion in Dorfen fortsetzen. Seit man dies regelmäßig in Erding durchführe, habe die Zahl der Fahrraddiebstähle deutlich abgenommen.

Mit der Gründung einer Ortsgruppe Isental könnte der Kreisverband Erding seinen Boom fortsetzen: Nach 2014 waren die Erdinger auch 2015 der Verband im ADFC, der bundesweit das größte Mitgliederwachstum bezogen auf die Einwohnerzahl hat; in der Kategorie bis 400 Mitglieder. Nun ist der ADFC-Kreisverband schon auf den Sprung in die nächste Kategorie: Bei der Codierungsaktion in Dorfen wurde das 400. Mitglied gewonnen. Bei der Gründungsveranstaltung im April will Weise dieses neue Mitglied aus Burgrain vorstellen. Und er will für die Neu-Mitglieder auch einen finanziellen Anreiz geben: Sie können über eine Schnupper-Mitgliedschaft einsteigen. Das heißt, sie zahlen für das erste Jahr lediglich 19.50 Euro. Darin enthalten sind alle Leistungen des ADFC, sogar inklusive der Pannenhilfe. Ansonsten zahlt man als Einzelmitglied 56 Euro im Jahr und als Familie 68 Euro. Das Ziel des Kreisverbandsvorsitzenden sind 500 Mitglieder. Das ist in greifbarer Nähe. Das Isental hat Potenzial, darüber hinaus kann sich Weise auch noch eine Ortsgruppe für Taufkirchen und das Holzland vorstellen. Wobei die Radler aus dem Holzland "eine eigene Spezies" sind, sagte Weise. "Das sind die Harten. Dort geht es anders bergauf als bei uns im Moos."

Für eine Stadt oder Gemeinde sei die Gründung einer ADFC-Ortsgruppe auf alle Fälle ein Gewinn. Radfahren mache nicht nur Spaß und sei gesund, sondern helfe auch der Kommune, weil es dann weniger Parkplatzsuchende gebe: "Je weniger Autofahrer, umso lebenswerter wird die Stadt." Weise ist zuversichtlich, dass man in Dorfen eine rührige Ortsgruppe auf die Beine stellen könne: "In Dorfen wohnen viele engagierte Menschen", sagte er. Und das Isental lade zum Radfahren geradezu ein.