Dorfen Entscheidung zu B 15 fällt nicht vor 2016

Der Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz fordert Politiker und Bürgerinitiativen dazu auf, in ihrem Engagement für die beste Lösung nicht nachzulassen. Er favorisiert die Osttrasse

Von Philipp Schmitt, Dorfen

Im Jahr 2016 rechnet der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz mit einer Entscheidung, auf welcher Trasse die B 15 neu gebaut wird. Lenz war am Sonntag zu Gast beim Frühschoppen der Dorfener CSU in der ESC-Gaststätte. Er forderte Politiker und Vertreter von Initiativen dazu auf, nicht nachzulassen. "Wir müssen dran bleiben. Ich kann nicht sagen, wie es ausgeht, aber wir werden alles in die Waagschale werfen, um unsere Ziele zu erreichen", sagte Lenz, Bundestagsabgeordneter für Erding und Ebersberg.

Lenz erläuterte das weitere Verfahren. Demnach werden nun die beiden vorgeschlagenen Varianten nach umweltfachlichen Kriterien geprüft und bei einer Kosten-Nutzen-Bewertung sowie im Hinblick auf die Entlastungswirkung unter die Lupe genommen werden: die B 15 auf ihrer jetzigen Trasse durch den Landkreis Erding mit Ortsumfahrungen für Taufkirchen, Dorfen, Sankt Wolfgang und auch die bereits raumgeordnete Osttrasse samt Korridor, die durch den Landkreis Mühldorf verläuft. Beide Varianten werden nun für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans nach Berlin gemeldet - nach turbulenten Wochen, in denen Innenminister Joachim Herrmann zunächst eine Westtrasse durch den Landkreis Erding gefordert hatte, gegen die Politik und Bürger aber so laut protestiert hatten, dass die Bayerische Regierung diese Forderung wieder zurückgenommen hatte und nun zwei Varianten anmelden will. Die Westtrasse durch den Landkreis Erding sei jedoch "definitiv vom Tisch", sagte Lenz.

Lenz favorisiert die Osttrasse durch den Landkreis Mühldorf, weil so die Region Mühldorf wirtschaftlich besser erschlossen würde, wie er sagte. Zudem rechne er nach der Fertigstellung der A 94 bis 2030 mit einem höheren Verkehrsaufkommen auf der B15, wodurch eine Neutrassierung gerechtfertigt wäre. Darüber hinaus sei der B 15-Abschnitt zwischen Haag und Landshut für einen Ausbau zu dicht bebaut. "Meiner Meinung nach hätte eine neue Trasse wesentliche Vorteile", sagte Lenz dazu. Auch das Argument, die raumgeordnete Osttrasse könne aufgrund des FFH-Gebiets Thalhamer Moos nicht realisiert werden, lässt Lenz so nicht gelten. Um dieses Problem zu lösen und um ein nicht minder wertvolles FFH-Gebiet im Isental zu schützen, sei nun ein Planungskorridor vorgesehen. Lenz bedankte sich bei den engagierten Lokalpolitikern und Vertretern der Bürgerinitiativen wie etwa Sabine Berger für deren vehementen Einsatz im Kampf gegen die Westtrasse.

Viele interessierte Zuhörer fand Andreas Lenz in Dorfen. Er referierte am Sonntag über den aktuellen Stand in der Debatte um die B 15 neu.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Dorfener CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat, Michael Oberhofer, mahnte zur Eile. Die Umsetzung dürfe nicht auf die lange Bank geschoben werden, denn Dorfen brauche eine schnelle Verkehrsentlastung. Lenz, Oberhofer und Gewerbereferent Martin Greimel waren sich einig, dass im Kampf für den Bau der B 15 neu auf der Osttrasse die Erdinger weiterhin "dran bleiben müssen". Einige Zuhörer forderten eine gemeinsame Position und eine Allianz von Gemeinden im Landkreis Erding und Mühldorf im Ostbündnis.

Auch den Bahnausbau auf der Strecke nach Mühldorf sprach Lenz an. Für die auch auf europäischer Ebene wichtige Schienenstrecke will die Deutsche Bahn demnächst die Vorplanungen präsentieren. Für Lenz ist dabei wichtig, wie er sagte, dass Bahnhöfe barrierefrei umgestaltet werden und die besondere Situation in Dorfen berücksichtigt wird.