Amtsgericht Erding Rückkehr an einen vertrauten Ort

Mit Andreas Wassermann und Stefan Priller treten zwei Richter ihren Dienst an, die bereits Verbindungen nach Erding haben

Von Florian Tempel

ErdingDie Mitarbeiter des Amtsgerichts Erding sind noch tief bewegt vom Tod der Richterin Astrid von Boenninghausen-Budberg, die nach längerer schwerer Krankheit fast schon wieder genesen schien, den Wiedereinstieg in ihre Arbeit bereits geplant hatte und dann doch verstarb. "Der Tod unserer Kollegin steckt uns allen noch in den Knochen", sagte Amtsgerichtsdirektor Peter Boie, dem es eingedenk des traurigen Ereignisses schwer fiel, sich über zwei neue Richter an seinem Gericht zu freuen. Auch wenn der Dienstantritt der Richter Andreas Wassermann und Stefan Priller schon seit Monaten feststand.

Wassermann kommt als Nachfolger des in Pension gegangenen, langjährigen Erdinger Jugendrichters Winfried Semmer. Allerdings nur "stellentechnisch", betonte Boie. Denn neuer Jugendrichter in Erding ist Richter Michael Lefkaditis geworden. Der 32-jährige Wassermann wird am Amtsgericht Erding als Betreuungs- und Ermittlungsrichter tätig sein.

Für Wassermann ist es seine erste Stelle als Richter. Er war zuvor bei der Staatsanwaltschaft Landshut, zuletzt in der Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen. Sein neuer Arbeitsort ist ihm allerdings bestens vertraut. Wassermann ist gebürtiger Erdinger und hat am Anne-Frank-Gymnasium Abitur gemacht. Nach seinem Jurastudium in München absolvierte er zudem einen Teil seines Referendariats am Amtsgericht. Seinen neuen Job in Erding hat er bereits am 21. Juni begonnen. Seitdem kann er mit dem Rad zur Arbeit fahren - Wassermann wohnt mit Frau und Kind in der Kreisstadt.

Auch für den 46 Jahre alten Stefan Priller ist das Amtsgericht Erding kein gänzlich neuer Arbeitsplatz. Der promovierte Jurist war von 1998 bis 2003 vier Jahre lang Richter für Zivilsachen in Erding. Von seinen damaligen Kollegen sind nur noch zwei am Amtsgericht tätig, Strafrichterin Yvonne Folk und der Vorsitzende Richter des Schöffengerichts, Wolfgang Grimm. Ein deutliche Bestätigung dafür, dass die berufliche Fluktuation in der Justiz ganz enorm ist.

Priller kommt nicht als fester Richter ans Amtsgericht zurück, sondern nur für ein Jahr, denn ursprünglich war er als Krankheitsvertretung für Richterin Boenninghausen-Budberg eingeplant. Priller löst Richter Aksel Kramer ab, der wie er zuvor für zwölf Monate nach Erding "abgeordnet" war. Wie Kramer kommt auch Priller vom Ausbildungszentrum des Oberlandesgerichts München (OLG), wo Priller sich um die Ausbildung von Justiz-Referendaren gekümmert hat. Nach seiner Station in Erding wird er in anderer Funktion ans OLG zurückkehren. So wie Kramer, der ist seit Anfang des Monats Richter in zwei OLG-Senaten ist.

Priller ist gebürtiger Landshuter, hat in München studiert und seine Justizkarriere als Richter am Landgericht Landshut begonnen. Später wurde er Staatsanwalt, dann Richter in Erding bevor er 2003 ans OLG wechselte. Nach acht Jahren als Ausbilder für Referendar komme er gerne als Einzelrichter für Strafsachen nach Erding. "Am Ausbildungszentrum vermittelt man doch eher theoretische Erkenntnisse - hier bin ich wieder mitten im Leben." Auch Priller profitiert auf jeden Fall von einem kürzeren Weg in die Arbeit. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Altfraunhofen.