1. Dorfener Saitenfestival Virtuosen an der Gitarre

Der spanische Flamencogitarrist Javier Conde tritt am Freitag, 8. Juni, mit seinem Flamenco Quartett Una noche de Flamenco in Dorfen auf.

(Foto: privat)

Internationale Stars treten im Jakobmayer auf. Und wer will, kann sogar von ihnen lernen

Von Gerhard Wilhelm, Dorfen

Musikbegeisterte und im Speziellen Liebhaber der Gitarrenmusik dürfen sich auf ein kulturelles Highlight im Kulturkalender der Stadt Dorfen freuen. Von Samstag, 2. Juni, an gastieren zwei Wochen lang international gefeierte Gitarrenvirtuosen beim 1. Dorfener Saitenfestival im Jakobmayer auf. Neben vier Konzertabenden finden auch Auftritte von Meisterklassen statt. Klassik, Flamenco, afrikanische Weltmusik - es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Roberto Aussel eröffnet das Festival am Samstag, 2. Juni, um 20 Uhr mit seinem "Meisterkonzert". In ihm betritt erstmals einer der ganz großen Namen der internationalen Gitarrenszene die Bühne im Jakobmayer und eröffnet damit die Sparte der Meisterkonzerte. Der in Argentinien geborene Konzertkünstler, der an der Musikhochschule Köln unterrichtet, spielt ein Repertoire, das von Barock bis zu zeitgenössischer Musik reicht und Folklore und populäre Stücke aus den verschiedenen lateinamerikanischen Ländern umfasst. Sehr interessiert an der Musik des 20. Jahrhunderts, hat er mit einigen Komponisten zusammengearbeitet, 1981 widmete Astor Piazzolla Roberto Aussel seine berühmten "Cinco Piezas", seine erste und einzige Komposition für Sologitarre. Im Jahr 1999 gewann Aussel den renommierten Preis "Konex de Platino" der Konex-Stiftung in Buenos Aires.

Am Freitag, 8. Juni, um 20 Uhr präsentiert der spanische Flamencogitarrist Javier Conde mit seinem Flamenco Quartett Una noche de Flamenco einen Gitarrenabend, der sich der traditionellen spanischen Musik aus Andalusien und aus ganz Spanien widmet. Der vielfach prämierte 30-jährige Flamenco-Shooting Star, der als exponierter Spieler in der Nachfolge des Flamenco-Magiers Paco de Lucia gilt, hat bereits in jungen Jahren in Spanien für Furore gesorgt und zahlreiche Preise für sein aufsehenerregendes Spiel erhalten. Heute ist er eine anerkannte Größe in der Flamenco-Szene. In Dorfen kann man sein hochvirtuoses Spiel zusammen mit Gesang und Tanz erleben. Er wird begleitet von drei weiteren außergewöhnlichen Künstlern: der Tänzerin Manuela Barrios, dem Sänger Ismael Solomando und seinem Vater José Conde an der zweiten Gitarre.

Der international erfolgreiche oberbayrische Gitarrist Daniel Valentin Marx gastiert passend zur Veröffentlichung seines Debütalbums am Samstag, 9. Juni, um 20 Uhr zum dritten Mal in seiner Heimatstadt mit dem CD-Release-Konzert "The Italian Recital". Ganz im Sinne der Großmeister klassischer Musik südlich der Alpen spielte Marx bei der Aufnahme Musik von italienischen Komponisten ein, die zwischen den Epochen Renaissance und Romantik lebten. Zu seinem Konzert in Dorfen kommt der junge Künstler mit einigem Rückenwind: zurück aus Los Angeles, wo ihm ein Stipendium ein zweijähriges Studium bei den Gitarristen des Lagq und Pepe Romero einbrachte, mit zahlreichen bei internationalen Wettbewerben errungenen Preisen und mit seinem neuen Album. Im Konzert erweckt Daniel Marx durch seine Gitarre unter anderem die sanften Lautenklänge Giovanni Zambonis und die barocken Sonaten Domenico Scarlattis ebenso wie die virtuos sprudelnde Musik Niccolò Paganinis oder die Fantasien des genuesischen Kapellmeisters Simone Molinaro zum Leben.

Markenzeichen des Singer-Songwriter Adjiri Odametey, der am Samstag, 16. Juni, mit "Dzen - African Worldmusic" auftritt, ist seine warme, erdige Stimme. Der Multi-Instrumentalist aus Ghana beherrscht Instrumente wie die Daumenklaviere Mbira und Kalimba, Kora, Balafon und Gitarre. Mit seiner "Afrikanischen Weltmusik" schuf Odametey einen eigenen individuellen Stil - immer im Bewusstsein seiner westafrikanischen Wurzeln. Als Botschafter authentischer afrikanischer Musik gelingt ihm mühelos der Crossover. Bekannt wurde Adjiri Odametey durch den Titelsong seiner ersten CD "Mala". Nun präsentiert er mit "Dzen" seine dritte CD. Er zählt zu den beeindruckendsten Vertretern afrikanischer Musik unserer Tage und arbeitete mit zahlreichen Stars zusammen wie zum Beispiel mit Miriam Makeba, Manu Dibango,Lucky Dube oder Osibisa. Adjiri Odametey gilt als Crossover-Künstler der neuen Weltmusik-Avantgarde.

Im Rahmen des Saitenfestivals haben die Gäste zudem die Möglichkeit, durch eine aktive oder passive Teilnahme an zwei Meisterkursen Einblicke in die Trickkiste weltberühmter Saitenzauberer zu erhaschen. Am Sonntag, 3. Juni, um 11 Uhr findet der erste der beiden Kurse mit einer der Legenden der klassischen Gitarre, Roberto Aussel, statt. In unvergleichlicher Art und Weise vermag es Aussel, an den von den aktiven Teilnehmern vorbereiteten Werken zu feilen, indem er aus seiner langjährigen Erfahrung praxisnahe Ratschläge gibt. Die Einsicht, die man in die Musik gewinnt, die Geschichten, die irgendwo zwischen den Noten stehen, sind auch für Musikbegeisterte ohne Kenntnisse der Gitarre spannend und mitreißend. Der zweite Kurs am Samstag, 9. Juni, um 10.30 Uhr richtet sich insbesondere an Flamenco-Fans. Der international bekannte Gitarrist Javier Conde erklärt den Teilnehmern seine Sicht der urspanischen Musikform: die verschiedenen Rhythmen, das Begleiten der Sänger und Tänzer, das Erlernen der Gitarrentechnik. Alle, die den Flamenco lieben, kennen lernen wollen oder an ihrer Technik feilen wollen, sind eingeladen.

Beginn der Konzerte ist jeweils 20 Uhr, Einlass von 19 Uhr an. Das Festivalticket kostet 64 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Karten sind beim Ticket Treff Dorfen (08081/13 93), www.jakobmayer.de und www.muenchenticket.de erhältlich. Weitere Informationen stehen unter www.jakobmayer.de