"Ehe für alle" Kardinal Marx: Kirche ist "keine Lobbygruppe"

Münchens Erzbischof Reinhard Marx hat seinen Wunsch bekräftigt, das Bundesverfassungsgericht über die "Ehe für alle" befinden zu lassen. Er betonte aber, die katholische Kirche sei "keine Lobbygruppe für eigene Interessen", sondern stehe für Freiheit und Menschenwürde ein. Marx, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, sagte am Freitag im Rahmen eines Festes zum 60-jährigen Bestehen der Katholischen Akademie in Bayern auf Herrenchiemsee, dass die Kirche zwar bedauere, dass es nicht bei der Definition von Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau geblieben sei. Letztlich sei es aber Aufgabe des Staates, diese Angelegenheit zu regeln; die Kirche habe sich zurückzuhalten. Gemeinsam mit Andreas Voßkuhle, dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, lobte er das Verhältnis von Staat und Kirche als eine "wohlwollende Neutralität".

Die bayerische Staatsregierung prüft derzeit, ob sie eine Normenkontrollklage gegen den Bundestagsbeschluss zur "Ehe für alle" erheben soll. Marx betonte, der Staat dürfe die Kirche nicht drängen, ihre Auffassung zu ändern. Sollte dies passieren, "müsste ich zum Kulturkampf aufrufen", meinte er scherzhaft.