Das Wiesn-Tier Gegrillte Hendl

Hühner kommen auf der Wiesn vor allem auf dem Teller vor.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ein Oktoberfest ohne Tiere? Unvorstellbar! Die tägliche Kolumne

Hühner haben es nicht leicht auf der Wiesn. Nicht nur, dass sie vor allem tot und gegrillt vorkommen, als halbes Hendl auf dem Teller, begleitet von einem zitronensauren Waschlappen. Nein, spätestens seit vergangenem Jahr werden sie auch noch verhöhnt, in Hutform. Geradezu entwürdigend ist das. Oder wie würden Sie es finden, wenn Ihr gebratenes Ebenbild auf den Köpfen zahlreicher Touristen zappeln und strampeln würde? Eben. Dieses Jahr kam noch die Diskussion um die Herkunft der Hendl hinzu, ein klarer Eingriff in die Intimsphäre. Der Streit dreht sich darum, ob es in Ordnung sei, ein Hendl aus Massentierhaltung - solange es aus Bayern kommt - genauso mit einem Öko-Siegel auszuzeichnen wie ein Bio-Hendl. Grün eingestellte Menschen finden das eine Frechheit, auch wenn sie sonst gerne betonen, dass niemand auf Grund seiner Herkunft benachteiligt werden dürfe. Wenn so ein Öko-Siegel käme: Wie sieht es dann mit dem Preis aus? Bislang kosten Bio-Hendl ja um einiges mehr. Aber eigentlich wäre es angemessen, wenn alle Hendl teurer würden. Schließlich sind sie für eine gelungene Wiesn unverzichtbar, und das seit 1881, damals öffnete die erste Hendlbraterei. 366 876 Stück wurden vergangenes Jahr verkauft. Höchste Zeit also, das Hendl ausreichend zu würdigen.