Radrennfahrer setzt sich durch Am Ende richtig aufgedreht

Der Odelzhausener Michael Teuber verteidigt bei den Paracycling-Weltmeisterschaften in Südafrika seinen Titel im Einzelzeitfahren.

Von Robert Stocker, Odelzhausen / Pietermaritzburg

Besser hätten die Paracycling-Weltmeisterschaften in Pietermaritzburg (Südafrika) für Sparkassen-Rennfahrer Michael Teuber aus Dietenhausen kaum laufen können. Der fünfmalige Paralympicssieger hat seinen Titel im Einzelzeitfahren über 23,3 Kilometer verteidigt und zudem Bronze im Straßenrennen gewonnen. Als härtester Rivale Teubers auf der anspruchsvollen Zeitfahrstrecke mit insgesamt 360 Höhenmetern stellte sich schnell der Paralympics-Zweite von Rio 2016, Ross Wilson aus Kanada heraus, der nach der ersten von drei Runden sieben Sekunden vor Teuber lag. Doch dann drehte Routinier Teuber auf und nahm dem 14 Jahre jüngeren Wilson in Runde zwei und drei jeweils knapp 20 Sekunden im Duell um den Titel ab. Am Ende gewann der 49-jährige Dietenhausener in einer Zeit von 35:29,66 Minuten mit einem Vorsprung von 28,21 Sekunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 39,4 Kilometer pro Stunde. Dritter wurde William Lister aus den USA mit 1:32 Minuten Rückstand. Die Teamkollegen Erich Winkler (Geisenhausen) und Pierre Senska (Berlin) folgten auf den Rängen vier und fünf.

Voller Fokus bei geschlossenem Visier: Michael Teuber im Rennsattel.

(Foto: Oliver Kremer, sports.pixolli.com)

Das Straßenrennen am letzten Wettkampftag war für Teubers C1-Klasse auf 60,7 Kilometer angesetzt. Ein anspruchsvoller Stadtkurs musste zusammen mit den leichter behinderten Klassen C2 und C3 zehnmal durchfahren werden. Nach einem Massensturz in Runde drei bildete sich eine Spitzengruppe mit Michael Teuber, Pierre Senska und dem Spanier Ricardo Ten Argiles. Das Trio baute den Vorsprung zusammen mit Fahrern anderer Klassen Runde für Runde aus, fuhr eine sehr hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von 38,5 Kilometern pro Stunde und konnte den Sieg am Ende unter sich ausmachen. Titelverteidiger und Top-Favorit Senska gewann im Sprint nach 1:34,37 Stunden vor Ten Argiles und Teuber. Ross Wilson wurde mit fünf Minuten Rückstand Vierter.

Silber holte Ross Wilson aus Kanada, den dritten Platz belegte William Lister aus den USA.

(Foto: Oliver Kremer, sports.pixolli.com/oh)

Michael Teuber ist über seine Titelverteidigung im Zeitfahren überglücklich. "Der kleine Rückstand nach der ersten Runde hat mich nicht beunruhigt, denn ich wusste, dass die Renneinteilung bei einem so langen und schweren Zeitfahren sehr wichtig ist. So konnte ich an den rennentscheidenden Anstiegen vor allem in der zweiten Rennhälfte noch einmal richtig aufdrehen und den Kampf gegen die Uhr für mich entscheiden. Zeitfahr-Titel Nummer Neun, das ist ein einsamer Rekord! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis bei dieser WM und bin glücklich, dass meine Leistung wieder gereicht hat, um die jüngeren Fahrer in Schach zu halten. Im Straßenrennen war das Tempo von Anfang an sehr hoch, ich habe Sturz und Selektion überlebt und war in der Spitzengruppe, so dass die zweite Medaille gesichert war."

Es ist bereits seine 20. internationalen Rennsaison

Für Rekordteilnehmer Michael Teuber waren die Titelkämpfe in Südafrika die 11. Straßen-Weltmeisterschaften in seiner 20. internationalen Rennsaison. Teuber konnte seine beeindruckende Medaillensammlung auf der Straße auf 21 Medaillen, davon 13 WM-Titel, erweitern. Rechnet man die Bahn-WM-Erfolge dazu, kommt Rekordweltmeister Teuber auf 19 Mal Gold und 32 WM-Medaillen seit 1998. "Es war ein sehr hartes Rennen und ich musste bis zum Schluss alles geben. Hinten raus hat sich die intensive Vorbereitung mit den Höhentrainingslagern definitiv ausgezahlt", sagt Teuber nach dem engen Duell.

Für die größte Überraschung des Tages aus deutscher Sicht sorgte WM-Debütantin Raphaela Eggert mit Silber in der Klasse C4. Die 24-jährige Augsburgerin vom BPRSV Lörrach lieferte sich einen harten Fight mit der Australierin Meg Lemon - und blieb am Ende hauchdünne sieben Sekunden vor ihr.