Erdkabel Nur noch ärgerlich

Wie sich Stadtrat und TSV 1865 in den Planung für das Sportgelände verheddern, ist für die Bürger nicht mehr nachvollziehbar

Kommentar von Viktoria Großmann

Die Diskussion, die sich die Stadtverwaltung und die Stadträte um die Verlegung einer Stromleitung an der Theodor-Heuss-Straße liefern, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Für die sehr große Mehrheit der Dachauer Bürger, die nicht dem TSV Dachau 1865 angehört, muss das Ganze nur noch ärgerlich erscheinen. Da wird geredet, erklärt, überlegt - und am Ende wieder vertagt. Eindeutig und absolut nicht missverständlich hat der TSV-Vorsitzende erklärt, dass die Stromleitung aus Sicht des Vereins in die Erde gehört. Er hat diese Forderung begründet. Ebenso haben Verwaltung und Oberbürgermeister bereits Anfang Mai detailliert erklärt, dass diese Verlegung bis zu drei Millionen Euro kosten würde - und zwar den Steuerzahler. Und dass das Verfahren leicht drei Jahre dauern könnte. Aber auch fünf.

Das alles weiß der TSV und wissen die Stadträte seit Mai. Das hielt die CSU nicht davon ab, sich alles noch einmal und noch detaillierter erklären zu lassen. Die Verwaltung investierte Zeit, um Informationen einzuholen. Und nun, wo das Bekannte nochmals bestätigt und verstärkt worden ist, vertagen die Stadträte die Entscheidung. Das ist fahrlässig. Wer immer davon redet, dass ihm die Zeit davon laufe, sollte nicht noch mehr davon verfließen lassen.

Richtig ärgerlich aber ist, dass sehenden Auges die Sache von der falschen Seite angegangen wird. Zuerst sollten doch unter den gegebenen Bedingungen genaue Pläne gemacht und genau eruiert werden, was auf den bestehenden Flächen gebaut werden kann. Das sind nämlich derzeit alles Schätzungen. Kann sein, dass der TSV mit seiner Einschätzung richtig liegt, dass durch die Freileitung viel zu viel Platz verschenkt wird. Kann sein, dass die Freileitung gar nicht stört, wenn sie über Parkplätze und notwendige Grünflächen führt, die zum Straßenrand hin eingeplant werden müssen. Diese Baupläne müssen sowieso gemacht werden. Es ist höchste Zeit, über das Wesentliche zu reden. Und sich auch einfach einmal mit dem abzufinden, was da ist.