Jean-Michel Thomas fordert: Die Toten ruhen lassen

CID hat die Umbettung der Skelette von Allach nach Dachau befürwortet

In dem Streit um die Umbettung der zwölf Skelette von KZ-Häftlingen des ehemaligen Dachauer Außenlagers Allach hat sich das Comité International de Dachau (CID) zu Wort gemeldet und gegen die Lagergemeinschaft Dachau Stellung bezogen. Die sterblichen Überreste der Opfer wurden im August 2017 gefunden und sind im Dezember auf dem Waldfriedhof in Dachau beerdigt worden. Die Lagergemeinschaft Dachau hat im Januar bei der Staatsanwaltschaft München II Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf Störung der Totenruhe gestellt. Die Lagergemeinschaft kritisiert, dass sie zwar über die Entscheidung für eine Umbettung informiert, aber nicht eingebunden war. Die Verband der KZ-Überlebenden fordert die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers, die Skelette wurden auf dem heutigen Privatgrundstück Granatstraße 12 ausgegraben; auf dem Areal plant der Eigentümer eine Wohnbebauung. Eine Gedenkstätte war der ausdrückliche Wunsch des inzwischen verstorbenen Vorsitzenden der Lagergemeinschaft und CID-Vizepräsidenten Max Mannheimer. CID-Präsident Jean-Michel Thomas erklärte nun, dass seine Vereinigung entgegen anderslautenden Darstellungen "durch die Leitung der KZ-Gedenkstätte Dachau über der Fund der Skelette und die bevorstehende Planung, diese in Dachau auf dem Leitenberg oder dem Waldfriedhof zu beerdigen, offiziell informiert" worden war. Das CID habe seine volle Unterstützung für eine Beerdigung im Waldfriedhof zugesichert. Jean-Michel Thomas erklärt, man möge über die Angelegenheit "Ruhe halten".