In der letzten erhalten gebliebenen Lagerbaracke Gedenken an die KZ-Häftlinge von Allach

Auch dieses Jahr veranstaltet der Münchner Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl wieder eine Gedenkfeier für die ermordeten KZ-Häftlinge im Dachauer Außenlager Allach. Wie Bezirksausschussmitglied und Stadtteilhistoriker Klaus Mai mitteilt, lautet das diesjährige Thema: "Sowjetische Kriegsgefangene und Zivilarbeiter im KZ-Außenlager Dachau-Allach". Auf der Gedenkfeier werden die Namen der Opfer, die Klaus Mai in langwieriger Forschung ermittelt hat, verlesen. Mehr als Tausend KZ-Häftlinge wurden in dem Lager ermordet oder starben an den Folgen von Unterernährung und Sklavenarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie. Auf der Gedenkfeier am 26. November um elf Uhr in der letzten erhalten gebliebenen KZ-Baracke des Lagers will man aller Opfer der NS-Diktatur gedenken. Die Baracke liegt an der Granatstraße 10 in Ludwigsfeld.

Das Außenlager Allach wurde Anfang des Jahres 1943 für die Firma BMW eingerichtet. Ungefähr 5000 Häftlinge aus 18 Nationen, vor allem aus der Sowjetunion und Frankreich, mussten Flugzeugmotoren herstellen. Auch Max Mannheimer, der am 23. September 2016 verstorbene Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees hatte in diesem Lager gelitten: "Wir hatten einen sehr schlimmen Kommandoführer. Der hieß Jäntsch; der hatte einen Schäferhund und hat hie und da den Schäferhund auf Häftlinge gehetzt..." In der zweiten Kriegshälfte war die deutsche Wirtschaft zunehmend auf KZ-Häftlinge angewiesen. Die Zahl der Häftlinge im KZ Dachau und seinen Außenlagern vergrößerte sich durch Deportationen, vor allem von fast 40 000 Juden aus Auschwitz und den Lagern im Osten. 1944/45 kamen etwa 100 000 Häftlinge vor allem in die Außenlager.