Ausstellung im Wasserturm Die Geschichte der Siedlung Ludwigsfeld

Dachau und die Siedlung Ludwigsfeld sind eng miteinander verbunden: Die Ausstellung "Vom KZ-Außenlager Allach zur Siedlung Ludwigsfeld" des Stadtteilhistorikers Klaus Mai dokumentiert die Entwicklung dieser Siedlung auf dem Boden des ehemaligen Dachauer Außenlagers. Tausende von Häftlingen schufteten sich für die deutsche Rüstung in den benachbarten BMW-Werken zu Tode. Die Ausstellung im Wasserturm in Dachau mit Dokumenten, historischen Fotos, Zeitzeugenberichten, Lesungen, Filmbeiträgen, Musik und Folklore beschäftigt sich auch mit der Nachkriegsgeschichte der Siedlung. Das Gelände diente zunächst als DP-Lager, von Dezember 1945 an Lager für Kriegsflüchtlinge und Vertriebene. Anfang der 1950er Jahre wurden viele Lagerbaracken abgebrochen und der Grundstein für die Siedlung Ludwigsfeld gelegt - eine multikulturelle Gemeinschaft mit Menschen aus mehr als 30 Nationen. Die Wahrnehmung dieser Gemeinschaft war von Vorurteilen geprägt, die heute noch nachwirken. "Mir als Dachauer mit familiärer Verbindung über meine Ehefrau in die Siedlung, ist es wichtig, den etwas vorurteilsbehafteten Ruf der Siedlung bei den Dachauern etwas aufklärend entgegenzuwirken und hoffe, dass dies mit dieser Veranstaltung ein wenig gelingt", schreibt Michael Braun, der mit Klaus Mai die Ausstellung organisiert hat.

Daneben wird noch die zweite Auflage des Buches "Das vergessene KZ" sowie eine aktualisierte und erweiterte Fassung des Totenbuches von Klaus Mai vorgestellt. Er hat in jahrelanger Arbeit die Geschichte des Außenlagers erforscht. Auf dem Gelände des KZ werden zurzeit archäologische Grabungen unternommen - Klaus Mai vermutet auf einem Teil des Areals Massengräber mit sterblichen Überresten von KZ-Häftlingen.

Die Vernissage im Wasserturm im Hofgartenweg nahe dem Schloss ist am Donnerstag, 18. Mai, um 20 Uhr. Die Ausstellung ist bis 4. Juni geöffnet, jeweils Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag von 14 bis 18 Uhr. Führungen gibt es am 18. und 21. Mai und am 4. Juni jeweils um 14 Uhr.