Bully klagt gegen Spiele-Hersteller Der Unverwechselbare

"Bully" heißt auf Englisch soviel wie Raufbold. Weil aber der Komiker Michael "Bully" Herbig nicht mit einem Brutalo-Computerspiel gleichen Namens in Verbindung gebracht werden will, ging er vor Gericht.

Von Beate Wild

Irgendwo hört auch für einen Spaßmacher der Spaß auf. Bei Michael "Bully" Herbig war das offensichtlich bei einem Computerspiel namens "Bully - Die Ehrenrunde" der Fall. Ein "Bully" ist in der englischen Sprache ein Rüpel, der durch aggressives Verhalten auffällt, ein Rowdy, der seine Mitmenschen terrorisiert. Im Grunde genommen also das Gegenteil von Herbig, dem Faxenmacher der Nation.

Den Rowdy gibt Michael "Bully" Herbig gerne mal im Scherz. Mit einem Brutalo-Computerspiel will er aber nicht in Verbindung gebracht werden.

(Foto: Foto: ddp)

Kein Wunder also, dass der Komiker unter keinen Umständen mit dem Brutalo-Spiel gleichen Namens in Verbindung gebracht werden wollte. Der 40-Jährige zog deshalb gegen die Firma Take2 GmbH vor Gericht - und verlor. Das Landgericht München I entschied am Donnerstag, dass keine Verwechslungsgefahr zwischen dem Computerspiel und dem Künstler bestehe. Ein Spiel könne ohne weiteres "Bully" heißen, lautete die Urteilsbegründung. Die Rechte des gleichnamigen Comedian "Bully" Herbig, dessen Spitzname sogar im Pass eingetragen ist, würden damit nicht verletzt.

Die Richter der 33. Zivilkammer machten zwar deutlich, dass Herbig unter seinem Künstlernamen aus Film und Fernsehen durchaus bekannt sei und insoweit einen gewissen Schutz genieße. Andererseits sei "Bully" eben nicht nur der Spitzname eines deutschen Humoristen. Mit "Bully" gemeint sein kann beispielsweise ein VW-Transporter, eine Hunderasse, der Anstoß beim Eishockey oder der Nachkriegssänger Bully Buhlan.

"Bully - Die Ehrenrunde" ist für die Konsolen Playstation, X-Box 360 und Wii konzipiert. Die Geschichte spielt an der Bullworth Academy, einer fiktiven Privatschule in Neuengland, und erzählt die Geschichte des 15-jährigen Rotzlöffels Jimmy Hopkins, der im Laufe eines Schuljahres alle Höhen und Tiefen der Pubertät durchlebt. Der Pennäler muss sich gegen intrigante Mitschüler und ungerechte Lehrer durchschlagen. Der Spieler hat Aufgaben zu lösen wie Streiche spielen oder Mädchenherzen erobern.

Das Gericht hatte das Spiel vor dem Prozess getestet und befunden, dass "die schlimmste Brutalität das Eintauchen des Kopfes in eine Kloschüssel" sei. Ansonsten sei das Spiel recht harmlos und mitunter sogar witzig.

Herbig ist den Münchnern noch aus seiner Zeit als Moderator eines Lokalradios bekannt und ist derzeit in der Rolle des "Boandlkramers" in Joseph Vilsmaiers "Brandner Kaspar" im Kino zu sehen. Seinen Spitznamen hat er übrigens als junger Schüler erhalten. Im Unterricht trug der junge Herbig gerne ein Trikot des Fußballclubs Bayern München, deren damaliger Sponsor Magirus-Deutz mit dem Slogan "Die Bullen kommen" warb. Weil in der Klasse mehrere Schüler Michael hießen, rief der Lehrer den Buben fortan "Bully".