Baumärkte in München Heftige Reaktion von Franchise-Nehmern nichts Neues

Nach Angaben der HEV wird derzeit an der Logistik für die Umstellung gearbeitet: "Das wird eine große Herausforderung", heißt es aus dem Unternehmen, das 2011 mit rund 1200 Mitarbeitern einen Umsatz von 210 Millionen Euro in den 16 Märkten machte. Die acht Märkte sollen nur für wenige Tage geschlossen werden.

Noch nicht geklärt ist, ob die Regale komplett geleert und neu gefüllt werden müssen, oder ob Artikel, die sowohl Obi wie auch Hagebau anbietet, übernommen werden können; das Sortiment wird mehr oder minder beibehalten. Auch die Außen- und Innengestaltung mit den neuen Logos muss vorbereitet werden. Ein Sprecher umschreibt das am Mittwoch so: "Alles ist im Fluss."

Für Obi ist die heftige Reaktion von Franchise-Nehmern auf neue Vertragsangebote nichts Neues: Nicht nur in Großstädten wie Hamburg, sondern auch in Kleinstädten gehen ihnen immer wieder Betreiber von der Fahne. Erst vor einiger Zeit waren die Märkte in Miesbach und Weilheim, die Einzelunternehmern gehören, ebenfalls zu Hagebau gewechselt.

Aus der Obi-Zentrale heißt es auf SZ-Anfrage, es sei immer schade, wenn man einen Markt verliert oder schließen muss. "Dementsprechend tut es uns auch leid, dass wir acht Märkte verlieren werden." Man werde den Verlust aber kompensieren; unter anderem werde in Daglfing im Herbst ein neuer Obi eröffnet und das Gartencenter in Martinsried in einen Baumarkt mit Gartencenter umgewandelt.

Marktführer Obi ist in 13 europäischen Ländern mit mehr als 580 Betrieben vertreten, davon mehr als 340 Märkte in Deutschland. 2012 hat die Kette einen leicht gestiegenen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro erzielt. Der Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG (Hagebau) gehörten per 31. Dezember 307 Gesellschafter mit 1435 Betriebsstätten an.

Die Kooperation aus Baustoff-, Holz- und Fliesenfachhändlern sowie Baumarktbetreibern in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz verzeichnete nach vorläufigen Berechnungen einen Umsatz von 5,59 Milliarden Euro - ein Plus von knapp 13 Prozent.