Die norwegische Zeitung "Aftenposten" und Springers "Welt" umgehen das Monopol von Wikileaks zur Veröffentlichung der US-Botschaftsdepeschen. Julian Assange ist offenbar nicht begeistert.
Die geheimen amerikanischen Botschaftsdepeschen sind noch immer im Gespräch. Und jeder bekommt die Informationen von Wikileaks. Fast jeder. Die norwegische Zeitung Aftenposten hatte sich schon im Dezember eine Kopie der 25.287 sogenannten Cablegate-Akten besorgt.
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US-Portal Wikileaks: Nachrichtenmonopol oder notwendige Koordination? (© dpa)
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Darüber kann sich nun auch die Redaktion der Welt freuen. Wie nun bekannt wurde, will Aftenposten seinen Datenschatz mit den deutschen Kollegen teilen. Damit haben schon zwei Medien Zugang zu den Dokumenten erlangt - ohne Wikileaks vorab um Erlaubnis zu fragen.
Julian Assange, Chef der Enthüllungsplattform, hält Informationen sonst streng unter Kontrolle. Auf dem Portal von Wikileaks ist bisher nur knapp ein Prozent der Cablegate-Dokumente zu lesen. Fünf Printmedien - Guardian, New York Times, Spiegel, Le Monde und El País - gewährte Assange dagegen exklusiven Zugang zu allen Daten.
Er sichert sich im Gegenzug einen Einfluss darauf zu, wann dort Veröffentlichungen über die Akten erscheinen. Neben den fünf großen Partnern bekommen Zeitungen und Fernsehsender in kleineren Ländern von Wikileaks-Mitarbeitern ab und an einige Informationshappen geboten.
In Interviews erklärte Assange, seine Aufgabe sei es, die Medien "zu koordinieren". Die Zeitung Aftenposten will sich aber nicht koordinieren lassen. Chefredakteurin Hilde Haugsgjerd sagt, Assange habe ein "Nachrichtenmonopol" geschaffen. Das wolle sie gerne brechen.
Umstrittener Vermittler
Die Weise, wie Wikileaks die Cablegate-Papiere streut, hat schon oft Kritik ausgelöst, besonders in Skandinavien. Dort wird seit Wochen über die Rolle des Publizisten Israel Shamir und seines Sohnes Johannes Wahlström diskutiert. Sie halten für Wikileaks Kontakt zu schwedischen und russischen Medien.
Shamir hat wegen antisemitischer Äußerungen einen zweifelhaften Ruf, ihm werden Verbindungen zu russischen Rechtsradikalen nachgesagt. Es sei "besorgniserregend", dass solche Leute bei Wikileaks brisante Dokumente handhaben dürften, kommentierte etwa der Skandinavien-Experte des Guardian, Andrew Brown.
Woher Aftenposten die eigene Kopie der Dokumente bekam, ist geheim - Quellenschutz. Nur so viel sagt Chefredakteurin Haugsgjerd: Man habe nichts bezahlt und sei keine Verpflichtungen eingegangen.
Den obersten Enthüller ärgere das. "Assange hat es nicht gefallen, dass wir das Material ohne Absprache mit ihm bekamen", erzählt Haugsgjerd. Er sorge sich, dass die Zeitung die Informationen nicht sicher handhabe. "Diese Furcht", sagt die Journalistin, sei "völlig unbegründet".
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(SZ vom 21.01.2011/joku)
macht man sich selbst unglaubwürdig.
"Julian Assange, Chef der Enthüllungsplattform, hält Informationen sonst streng unter Kontrolle."
Welche Vorhalte der Herr Assange ja "an die Welt" hat, dürften Sie besser wissen, als ich.
Mir ist schon bewusst, wie gross die Enttäuschung ist, denn ein grosser Teil Menschen hofft ja immer auf einen, der für sie etwas "unternimmt". Der sogenannte Wutbürger, der sich darin erschöpft, halt wütend zu sein.
Im Gegensatz zu Ihnen Nicknoris, sehe ich schon wo die Mängel stecken, wo "das System" Verbesserung braucht und wo es - dank entsprechender menschlicher Verfehlung - revisionsbedürftig ist. Im Gegensatz zu Ihnen Nicknoris, glaube ich überhaupt nicht an "Lager" und gehöre keinem an.
Das Zuteilen von Informationen, wie es der Assange betreibt, das sich in die Brust werfen, wonach ausser ihm niemand integer genug ist, "seine" Daten zu verwenden, das ist genau das Holz, das ich ablehne.
Ihre Frage an mich "sind alle Lumpenpack" - sehen Sie, dass sind Generalverhetzungen, die ich nicht unternehme - im Gegensatz zu Ihnen, sehe ich mir die Leute an und entscheide dann, was ich für falsch und was ich für richtig halte. Sie werden auf diese Weise niemals Verhandlungserfolge haben, Sie werden niemals auch nur die Möglichkeit haben, unterschiedliche Gruppen an einen Tisch zu bekommen, wenn Sie in diesem Lager verhaftet bleiben - das ist schade, denn Sie haben gute Ideen teilweise.
Die Lagerei könnte natürlich auch, vgl. Wutbürger, ein gutes haben. Mit den "klaren Fronten" die Sie und andere aufbauen, entheben Sie sich der Verpflichtung tätig zu werden, was den Vorzug hat, keine Veranwortung auf sich zu nehmen. Ich kann mich natürlich irren, nur, nachdem Sie sich so messerscharfe Analysen über meine Motivlage erlauben, darf ich ein wenig spekulieren.
Denn der Zerfall des Systems wird durch keine Propaganda aufgehalten.
Die Verbrecher -Banken werden durch wikileaks an das Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Ebenso durch einen Schweizer whistleblower und viele andere.
Miese Charktäre unter sich, die sich wechselseitig bedingen und -hoffentlich- beseitigen.
Mag Donata ihre Zeit verschwenden, wie sie lustig ist.
nicht automatisch doppelt gut.
Ihre Verteidigungskommentare für das derzeitige Banken-System sind einfach nur fern jeglicher Realität. Um es mal höflich auszudrücken.
ähnelt in allem den von ihr/ihm vorgeblich so Bekämpften."
Verstehe ich Sie richtig: Nachdem die "Bekämpften" für Sie ja integre, honorige Unschuldsengel sind, halten Sie Wikileaks dann auch für honorig und unschuldig?
Oder sind alle Lumpenpack?
Paging