Muss der Steuerzahler jetzt auch noch für die Rundfunkabgabe der Hartz-IV-Empfänger aufkommen?
Anzeige
Wahrscheinlich nicht. Kirchhof hatte zwar angeregt, dass es für gebührenbefreite, arme Haushalte eine Ausgleichszahlung aus Steuermitteln an die Rundfunkanstalten geben sollte. Es geht angeblich um Summen zwischen 300 und 500 Millionen Euro pro Jahr. Die Pauschale vom Staat könnte laut Kirchhof an das Wohngeld angedockt werden, für das Bund und Kommunen aufkommen. Dafür müssten Bundesgesetze geändert werden, und außerdem fehlt das Geld dafür. Das Thema ist auf unbestimmte Zeit verschoben.
Wird die Gebühr teurer?
Durch die Reform allein nicht. Die Ausnahme sind Radiohörer und möglicherweise Behinderte. Die Ministerpräsidenten wollen grundsätzlich, dass durch die Umstellung pro Haushalt nicht mehr als 17,98 Euro fällig werden, so viel wie derzeit die volle GEZ-Gebühr. Haushalte, die heute nur Grundgebühr leisten (zum Beispiel nur für Radiogeräte), zahlen demnächst viel mehr. Zudem überlegen die Länderchefs, von vermögenden behinderten Menschen (bislang gebührenbefreit) ein Drittel der Pauschale zu verlangen, um "barrierefreie Angebote" im Rundfunk zu finanzieren. Dies war aber bis zuletzt strittig.
Unabhängig von der Systemumstellung legt die KEF im kommenden Jahr turnusgemäß neu fest, wie viel Geld die Anstalten von 2013 bis 2016 benötigen. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es eine "Entwicklungsgarantie", die das Bundesverfassungsgericht bekräftigt hat. Sollte sein Finanzbedarf steigen (zum Beispiel durch Inflation oder neue Projekte im digitalen Hörfunk), dann steigt 2013 auch die Pauschale über 17,98 Euro.
Sie sind jetzt auf Seite 3 von 3
- Wozu noch Journalismus? Tiefgreifender Transformationsprozess 14.05.2010
- Reform der GEZ-Gebühren Gebühren auch ohne Fernsehgerät? 05.05.2010
- Neue Finanzierung des Rundfunks Jeder Haushalt muss zahlen 09.06.2010
- Medienkontrolle und DSF Schluss mit "Ultimate Fighting" 01.03.2010
- KEF rät zu Nullrunde bei Rundfunkabgabe Erhöhung fällt wohl flach 01.10.2011
- Datenschützer kritisieren Reform der GEZ Pauschale Vollmachten 14.08.2011
- GEZ-Gebühren von Hartz-IV-Empfängern Vergessene Millionen 09.07.2011
(SZ vom 10.06.2010/jja)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Wie kann man mir klar machen, dass man von einer weder gewollten, noch nicht bestellten Leistung profitiert und daher man gezwungen wird, diese zu bezahlen? – Ich will diese "Leistungen" nicht. Ich brauche sie auch nicht.
Ab 2013 werden der Wirtschaft ca. 9 Milliarden entzogen, während vielerorts in der Republik die Schulen immer maroder werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Bildungsauftrag – ach so... Und die maroden Schulen?
Ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre die gesamte Demokratie unserer Republik gefährdet. Hallo? Wir haben das 21. Jahrhundert – das Internet ist bereits seit einem Vierteljahrhundert erfunden worden es und hat u. a. dazu geführt, das undemokratische totalitäre Staaten mit dessen Hilfe gefallen sind – ja, wie ging das? Wer gefährdet unser Demokratie und wie schützt uns der öffentlich-rechtliche Rundfunk davor?
Nun, der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen Informationsauftrag – deswegen gleich 23 Fernseh- und 77 Radiosender – ja, nee, is‘ klar! Das sind 2.400 Programmstunden täglich oder anders ausgedrückt, 100 Programmtage an einem einzigen Tag. Und die Internetauftritte der Sender und deren Sendungen kommen noch dazu – das sind mehrere Tausende. Bin ich jetzt genug informiert?
Und dabei vergaß ich die Privaten Medien (TV, Radio, Verlage); aber die sind alle schlecht und böse – aber warum gehen sie nicht Pleite, wenn keiner sie braucht und benutzt? Warum wissen alle Bescheid, insbesondere diejenigen, die solche Medien verabscheuen? Ich muss zugeben, das verwirrt mich ein Bisschen!
Warum muss eine ganze Nation gegängelt werden – sowohl Privatpersonen als auch die Wirtschaft? Warum? Brauchen wir das so dringend, dass man ab 2013 dafür ca. 9 Milliarden EUR pro Jahr durch einen Zwangsbeitrag dem Geldkreislauf entzogen wird?
Kann mir jemand aus voller Überzeugung und ehrlich antworten?
Mir gefällt das viel besser als die bisherige Art der GEZ, die doch zumindest halbseiden wirkte. Seien wir doch mal ehrlich, wer hat denn bitteschön nicht ein Gerät zu Hause, mit dem er öffentlichen Funk empfangen kann? Wenn alle Konsequent ihre Abgabe zahlen, fordern sie vielleicht auch mal Qualität von den öffentlichen.
Wie wir uns Erinnern wollte Herr Dr. Scheuble (Innenminister damals) ein Zentrales Melderegister. Die GEZ in Köln bietet siese Mögllichkeit. Durch die Umstellung 2013 von gerätbezogener auf haushaltsbezogene Erfassung kommen alle relevanten Daten zusammen. Wer wohnt wo mit wievielen und mit den Befreiunggsanträgen bekommen wir noch kostenlos die Einkommensstruktur dazu. Ummelden von Haushalten bei der GEZ wird unnötig, das Einwohnermeldeamt macht das (jetzt schon).
Was mich stutzig macht allerdings ist die Abrechnung nach Mitarbeiteranzahl in Betrieben. Jeder, der in einem Betrieb arbeitet ist Mitglied in einem Haushalt, der schon erfasst ist. Ich will nicht "doppelt besteuert" sagen es ist ja eine Gebühr aber dann trotzdem doppelt kassiert.
Was ist mit Hotels? Stellt nicht JEDES vermietete Zimmer einen temporären (zeitlich begrenzten) Haushalt dar? Hotels bezahlen den Beitrag pro Zimmer. Müsste dann nicht jeder Hotelgast, der nicht nachweisen kann einem gebührenpflichtigen Haushalt anzugehören einen Aufschlag (75Ct/nacht ob TV genutzt oder nicht) auf die Hotelrechnung bekommen? Ausländische Gäste zahlen, ob sie nun Deutsch können oder nicht...; dassehe ich eher kritisch.
Selbstgenutzte Ferienwohnungen. Ich kann nur an einem Ort "Haushalt führen". Wird eine FW vermietet -->siehe Hotel
Der Volkszählungsgedanke steht für mich fest, was anderes ist es nicht.
"Jeder profitiert vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, unabhängig davon, ob er ihn tatsächlich nutzt."
Das stimmt. Wenn ich keinerlei Empfangsgeräte habe könnte es ja sein, dass mir der Nachbar erzählt, was gerade in den ARD-Nachrichten verkündet wurde.
Das ist schon eine saftige Zwangsgebühr (Steuer) wert!
Wenn die ganze Sache nicht so stinken würde, könnte man darüber fast lachen ;)
"Jeder profitiert vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, unabhängig davon, ob er ihn tatsächlich nutzt."
Das Gehirn muss wohl erst erfunden werden, das diesen Gedankengang, der buchstäblich von hinten durch die Brust ins Auge geht, nachvollziehen kann.
Aber nein, das ist ja doch ganz leicht: Vom ÖR profitieren zum Beiscpiel die Fußballvereine, davon die balltretenden Millionäre, die kaufen sich Häuser, Autos, Frauen, wofür wiederum Steuern anfallen, welchselbige in Form herrlich ausgestatteter Schulen und anderer Kultureinrichtungen jedem zugute kommen, wirklich jedem!
Paging